Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:04 DE / UKR / EN

Trump attackiert NATO nach Ablehnung von Hormus-Einsatz

US-Präsident Donald Trump hat die NATO-Staaten scharf kritisiert, nachdem sie seinen Vorschlag für einen Militäreinsatz in der Straße von Hormus abgelehnt haben. Er bezeichnete die Haltung der Verbündeten als "ziemlich schockierend" und warnte vor einem "sehr dummen Fehler" des Bündnisses.

Trump attackiert NATO nach Ablehnung von Hormus-Einsatz
Bild: Tagesschau

Die Spannungen zwischen den USA und ihren europäischen NATO-Partnern erreichen einen neuen Höhepunkt. Nachdem Deutschland und andere Alliierte einen von US-Präsident Donald Trump geforderten Militäreinsatz in der strategisch wichtigen Straße von Hormus abgelehnt haben, reagiert das Weiße Haus mit scharfer Kritik.

. US-Präsident Donald Trump hat Deutschland und andere NATO-Länder scharf für die ausbleibende Hilfe bei der Absicherung der Straße von Hormus kritisiert. Die Haltung der Verbündeten sei

der Straße von — Tagesschau

Trump nannte die Haltung der Verbündeten in einer Pressekonferenz im Weißen Haus "ziemlich schockierend" und zeigte sich deutlich enttäuscht. "Ich denke, die NATO macht einen sehr dummen Fehler", sagte der US-Präsident laut Bericht der Tagesschau. Der Fall stelle einen wichtigen Test für das Verteidigungsbündnis dar.

Hintergrund ist der anhaltende Konflikt mit dem Iran, der die Sicherheit der Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus bedroht. Durch diese Meerenge passiert etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls. Die USA hatten ihre europäischen Partner aufgefordert, sich an einer Militärmission zur Absicherung der Wasserstraße zu beteiligen.

Doch Deutschland, Frankreich und andere europäische NATO-Mitglieder lehnten den Vorschlag ab. Sie fürchten eine weitere Eskalation des Konflikts mit dem Iran und bevorzugen diplomatische Lösungen. Diese Positionierung zeigt erneut die tiefen Gräben in der transatlantischen Sicherheitspolitik.

Trumps Äußerungen gehen über die aktuelle Kontroverse hinaus. Der US-Präsident brachte laut Tagesschau-Bericht sogar einen möglichen Rückzug der USA aus der NATO ins Spiel – eine Drohung, die er in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgesprochen hat.

Die Ablehnung des Hormus-Einsatzes durch europäische Partner kommt zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. Seit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran und der Verschärfung von Sanktionen gegen Teheran haben sich die Spannungen in der Region kontinuierlich erhöht.

Für Deutschland stellt die Situation eine besondere Herausforderung dar. Einerseits will Berlin das transatlantische Bündnis nicht weiter belasten, andererseits sieht die Bundesregierung in einer militärischen Eskalation keine Lösung für den Konflikt mit dem Iran. Die deutsche Außenpolitik setzt weiterhin auf Dialog und Deeskalation.

Die aktuelle Kontroverse wirft grundsätzliche Fragen zur Zukunft der NATO auf. Seit Trumps Amtsantritt hat sich das Verhältnis zwischen Washington und seinen europäischen Partnern deutlich verschlechtert. Die unterschiedlichen Positionen in der Iran-Politik sind nur ein Beispiel für die wachsenden Differenzen in sicherheitspolitischen Fragen.

Experten warnen, dass anhaltende Spannungen innerhalb des Bündnisses dessen Handlungsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Die NATO steht vor der schwierigen Aufgabe, trotz unterschiedlicher Positionen ihrer Mitglieder eine gemeinsame Linie in internationalen Krisen zu finden.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sich die Situation entwickelt. Während die USA weiter auf Druck gegenüber dem Iran setzen, arbeiten europäische Diplomaten an alternativen Lösungen. Die Straße von Hormus bleibt dabei ein neuralgischer Punkt, an dem sich die geopolitischen Interessen verschiedener Akteure kreuzen.