Der britische Peter Kyle wird am Freitag in Brüssel mit EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič zusammentreffen, um Bedenken gegen die geplanten drastischen Kürzungen der zollfreien Stahlimporte aus Großbritannien zu äußern. Wie der Guardian berichtet, sieht das neue Quotensystem der EU vor, die zollfreien Einfuhren aus Nicht-EU-Ländern ab dem 1. Juli um 47 Prozent im Vergleich zum Niveau von 2024 zu senken.
Die britische Stahlindustrie hatte zuvor vor „verheerenden“ Folgen des geplanten Quotensystems gewarnt. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals sorgen sich Branchenführer vor Vergeltungsmaßnahmen Großbritanniens, die ihre eigenen Verkäufe auf die Insel treffen könnten. Großbritannien war Teil des früheren EU-Stahlschutzregimes, muss aber nach dem Brexit ein eigenes Quoten- und Zollregime entwerfen, ebenfalls zum 1. Juli.
Der europäische Eurofer hat sich bereits in einem Schreiben an Šefčovič gewandt und protestiert, dass das Vereinigte Königreich „neue Quoten für die EU auf extrem niedrigem Niveau“ festlege. Eurofer-Generaldirektor Axel Eggert bezifferte in dem Brief die vorläufigen britischen Quoten: Sie würden die Exporte von organisch beschichteten Produkten um 80 Prozent kürzen, die von Betonstahl um 45 Prozent und die von Schienen um 38 Prozent.
Die Schutzmaßnahmen werden auf beiden Seiten des Kanals eingeführt, um die heimische Industrie vor Konkurrenz aus China zu schützen. Die Entscheidung der EU, die Importe aus Drittstaaten um 50 Prozent zu senken, und die britische Kürzung um 60 Prozent schüren jedoch die Befürchtung, dass beide Seiten erheblichen Kollateralschaden erleiden, während China Auswege findet, indem es von Rohstahlexporten auf Fertigstahlprodukte umschwenkt.
Quelle: www.theguardian.com



