Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:40 DE / UKR / EN

Ukrainische Drohnen enthüllen Russlands Luftverteidigungsproblem

Ukrainische Drohnenangriffe haben sich auf russisches Territorium ausgeweitet und umgehen die russische Luftverteidigung. Wie der Tagesspiegel berichtet, offenbaren die Angriffe ein geografisches Problem, das Putin nicht lösen kann.

Ukrainische Drohnen enthüllen Russlands Luftverteidigungsproblem
Bild: tagesspiegel.de

Russlands Krieg gegen die Ukraine findet inzwischen auch auf eigenem Boden statt: Ukrainische Kampfdrohnen legen hunderte Kilometer zurück, ohne von der russischen Flugabwehr gestoppt zu werden. Zahl wuchs auf mehrere Hundert pro Angriffswelle, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf Militärexperten berichtet. Die Drohnen zielen auf Militärflugplätze, Waffenhersteller und Anlagen der fossilen Energien – alles, was zur russischen Invasion beiträgt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, es gehe darum, „den Angriffskrieg zurück nach Hause zu schicken“. Fast alle großen Ölraffinerien in Zentralrussland produzieren laut der Agentur Reuters inzwischen weniger oder gar keinen Kraftstoff mehr. Die ukrainische Armee hat ihre Fähigkeiten ausgebaut: Sie kennt die Schwachstellen der russischen Flugabwehr und setzt verbesserte Mittelstreckendrohnen ein, sagt Militärexperte Gustav Gressel dem Tagesspiegel.

Auf russischer Seite zeigen sich strukturelle Probleme. Oberstleutnant und Militäranalyst Andreas Rapp von der Denkfabrik der Bundeswehr (GIDS) in Hamburg spricht von einer schlecht koordinierten Luftverteidigung und knapper Munition. Er sieht „keine Anzeichen, dass Russland ein Netz aus koordinierten mobilen Feuerteams, Abfangdrohnen und Luftfahrzeugen zur Drohnenabwehr etabliert hat“ – anders als die Ukraine.

Quelle: www.tagesspiegel.de