Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:05 DE / UKR / EN

Ukraine plant günstige Raketen gegen russische Shahed-Drohnen

Die Ukraine erwägt die Entwicklung kostengünstiger Raketen zur Abwehr russischer Shahed- und Geran-Drohnen, wie der Luftfahrtexperte Kostjantyn Krywolap im Sender 24 Kanal erklärte. Der Einsatz teurer Flugabwehrraketen gegen Massenangriffe wird zunehmend unwirtschaftlich.

Ukraine plant günstige Raketen gegen russische Shahed-Drohnen
Bild: 24tv.ua

Der ukrainische Luftfahrtexperte Kostjantyn Krywolap hat im Sender 24 Kanal die Entwicklung einer neuen, preiswerten Rakete zur Drohnenabwehr skizziert. Hintergrund ist die wachsende Zahl russischer Shahed- und Geran-Drohnen, deren Abwehr mit teuren Langstreckenraketen zunehmend schwieriger und unwirtschaftlicher wird.

Krywolap zufolge geht es um einen grundlegenden Wechsel der Luftverteidigungslogik: Statt teurer Raketen großer Reichweite sollen kürzere, einfachere und deutlich billigere Abfangsysteme zum Einsatz kommen. Diese wären für den schnellen Einsatz auf kurze Distanz ausgelegt und speziell gegen Drohnen wie Shahed und Geran optimiert.

Als Beispiel nannte der Experte die 2024 bekannt gewordene Mark-1, die von einem estnischen Unternehmen gemeinsam mit ukrainischen Partnern entwickelt werden sollte. Dabei handele es sich um eine kleine Rakete mit einem Kaliber von 75 Millimetern, einer Länge von rund 80 Zentimetern, Infrarot-Zielsuche und einer Reichweite von etwa sieben bis acht Kilometern – unter bestimmten Bedingungen bis zu zehn Kilometern. Ursprünglich war die Produktion tausender Einheiten geplant, später hieß es, die Fertigung könne nach Europa verlagert werden. Seither sei das Projekt jedoch nicht mehr öffentlich thematisiert worden.

Krywolap betonte, dass die Idee einer kleinen, einfach abzuschießenden Rakete mit Infrarot-Lenkung genau in das Konzept der ukrainischen „Drohnenmauer“ passe. Ziel sei es, kleine Luftziele entweder mit Drohnen oder mit leichten Raketen abzufangen, statt dafür wesentlich teurere Waffen einzusetzen, die für komplexere Bedrohungen benötigt werden.

Quelle: 24tv.ua