Die Ankündigung folgt auf mehrere Tage, in denen die Luftwaffe die bisherige Praxis bereits ausgesetzt hatte – ohne Erklärung. Erst Ihnats Statement auf Facebook brachte Licht ins Dunkel: Die Militärführung habe beschlossen, die Zahlen nicht mehr zu nennen, offiziell als Sicherheitsmaßnahme. Die Bevölkerung solle weiterhin in Echtzeit über Bedrohungen informiert werden, versicherte der Sprecher.
Hintergrund dürfte die schwierige Lage der ukrainischen Raketenabwehr sein. Während die Ukraine die meisten russischen Drohnen und Marschflugkörper weiterhin abwehren kann, schießt sie seit Wochen kaum noch ballistische Raketen ab. Diese sind wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und kurzen Flugzeiten nur mit US-Patriot-Systemen abzufangen – doch dafür fehlt es an Munition.
Die Abfangrate ist drastisch gesunken: von knapp 40 Prozent zu Jahresbeginn auf kaum mehr als ein Prozent im August. Von mindestens 58 eingesetzten Raketen konnte die Ukraine nach eigenen Angaben nur eine abwehren. Russland hat allein seit Jahresbeginn mehr als 650 ballistische Raketen eingesetzt.
Präsident Wolodymyr Selenskyj bemüht sich um Nachschub aus den USA, doch die vereinbarten monatlichen Lieferungen reichen nicht aus. Ein eigenes Abwehrsystem namens Freyja wird mit europäischen Partnern entwickelt, ist aber noch nicht einsatzbereit.
Quelle: www.zeit.de



