Wie der Deutschlandfunk berichtet, hat das Landgericht Frankfurt (Oder) vier junge Männer verurteilt, die Homosexuelle verprügelt und erniedrigt haben. Die Täter waren zur Tatzeit zwischen 16 und 21 Jahre alt. Die Urteile ergingen nach Angaben des Gerichts wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und weiterer Delikte.
Die Angeklagten hatten ihre Opfer auf offener Straße angegriffen, geschlagen und getreten. Einige der Übergriffe wurden mit dem Handy gefilmt. Die Taten richteten sich gezielt gegen Homosexuelle, was die Staatsanwaltschaft als niedrige Beweggründe wertete. Die genauen Haftstrafen wurden vom Gericht nicht einzeln genannt, sie bewegen sich im Bereich von mehreren Jahren Jugend- beziehungsweise Freiheitsstrafe.
Der Fall hatte in der Region für Aufsehen gesorgt, da die Täter ihre Opfer nicht nur körperlich angriffen, sondern auch demütigten. Die Aufnahmen der Angriffe wurden später in Chatgruppen geteilt. Die Polizei war durch Hinweise aus der Bevölkerung auf die Täter aufmerksam geworden.
Das Gericht stellte in der Urteilsbegründung fest, dass die Taten Ausdruck von Homophobie und Gewaltbereitschaft seien. Die Jugendkammer des Landgerichts verhängte die Strafen unter Berücksichtigung des jugendlichen Alters der Angeklagten. Zwei der Verurteilten waren zur Tatzeit Heranwachsende, zwei weitere noch Jugendliche.
Die Verteidigung hatte auf mildere Strafen plädiert und auf das junge Alter der Angeklagten verwiesen. Die Staatsanwaltschaft hingegen forderte deutliche Haftstrafen, um ein Zeichen gegen homophobe Gewalt zu setzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; die Beteiligten können Revision einlegen.
Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf Homosexuelle in Deutschland. Laut Kriminalstatistik steigt die Zahl der erfassten Hasskriminalität gegen sexuelle Orientierung seit Jahren an. Experten fordern eine konsequentere Strafverfolgung und mehr Präventionsarbeit.
Die Opfer der Angriffe wurden nach der Tat psychologisch betreut. Einige von ihnen hatten sich nach den Übergriffen aus Angst nicht mehr in die Öffentlichkeit getraut. Die Polizei in Frankfurt (Oder) hat angekündigt, die Überwachung an bekannten Treffpunkten der queeren Szene zu verstärken.
Der Prozess vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) dauerte mehrere Monate. Die Angeklagten zeigten sich in Teilen geständig. Das Gericht wertete dies strafmildernd, betonte aber zugleich die Schwere der Taten. Die Urteile sollen nach Angaben des Gerichts auch eine abschreckende Wirkung entfalten.
Die Stadt Frankfurt (Oder) reagierte mit Bestürzung auf die Taten. Der Oberbürgermeister verurteilte die Angriffe und sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. Queere Organisationen in der Region forderten mehr Schutzräume und eine bessere Sensibilisierung der Bevölkerung.
Der Fall zeigt, dass homophobe Gewalt auch in kleineren Städten ein Problem ist. Die Täter kannten ihre Opfer teilweise flüchtig oder suchten sie gezielt über soziale Medien. Die Polizei rät potenziellen Opfern, bei Übergriffen sofort Anzeige zu erstatten und sich nicht auf Provokationen einzulassen.
Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat mit dem Urteil ein deutliches Signal gesendet, dass solche Taten nicht toleriert werden. Die Höhe der Strafen orientierte sich an vergleichbaren Fällen von Hasskriminalität. Die Gesellschaft müsse, so das Gericht, klare Grenzen gegen Homophobie setzen.
Quelle: www.deutschlandfunk.de



