Der Bondmarkt an der Wall Street hat eine ungeschriebene Regel: Jeder neue Chef der US-Notenbank Fed wird frühzeitig getestet. In diesem Fall könnte dieser Test bereits begonnen haben, bevor Kevin Warsh offiziell die Geschäfte übernommen hat. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen in der vergangenen Woche um 0,3 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent, was den höchsten Stand seit einem Jahr darstellt.
Investoren wurden zudem bei einer Auktion von 30-jährigen Staatsanleihen mit über fünf Prozent Rendite überrascht, ein Wert, der zuletzt vor 19 Jahren, kurz vor der Finanzkrise, erreicht wurde. Diese Entwicklungen haben die Rally bei den zinsempfindlichen Tech-Aktien vorerst gebremst. Der Anstieg der Renditen ist eine Reaktion auf die gestiegenen Inflationsdaten aus den USA, die den künftigen Fed-Chef unter Druck setzen.
US-Präsident Donald Trump hat Warsh ausgewählt, weil dieser bereit ist, die Forderung nach niedrigeren Zinsen zu unterstützen. Ed Yardeni, Analyst bei Yardeni Research, erklärt jedoch, dass die Fed angesichts der steigenden Inflation die Zinsen eigentlich anheben müsste. Diese Situation stellt Warsh vor eine Herausforderung, die er in seiner neuen Rolle bewältigen muss.



