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18. März: Ein Tag für die Demokratiegeschichte

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat den 18. März als zentrales Datum der deutschen Demokratiegeschichte gewürdigt. An diesem Tag wird erstmals der offizielle Tag der Demokratiegeschichte begangen.

18. März: Ein Tag für die Demokratiegeschichte
Bild: Deutscher Bundestag

Der 18. März ist kein gewöhnlicher Kalendertag in Deutschland. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat ihn zum Auftakt der Plenarsitzung am Mittwoch als „Schlüsseldatum deutscher Geschichte“ bezeichnet. Damit würdigt sie ein Datum, das nun erstmals als offizieller Tag der Demokratiegeschichte begangen wird – unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Es ist erstaunlich, dass wir an diesem Datum erst heute zum ersten Mal den Tag der Demokratiegeschichte begehen“, sagte Klöckner laut dem Protokoll des Deutschen Bundestags. Der 18. März stehe „für Mut, für den Wunsch nach Freiheit und für den langen Weg hin zu einer demokratischen Ordnung“.

Die historische Tiefe dieses Datums ist beeindruckend. Am 18. März 1793 wurde in Mainz die erste Republik auf deutschem Boden ausgerufen. 55 Jahre später kämpften Menschen in Berlin auf den Barrikaden für Grundrechte, die heute selbstverständlich erscheinen. Am 18. März 1920 tagte die Weimarer Nationalversammlung in Stuttgart – das Parlament war während des Kapp-Putsches dorthin ausgewichen, als republikfeindliche Kräfte die junge Demokratie stürzen wollten.

Doch das vielleicht prägendste Ereignis für die lebende Generation ist der 18. März 1990. An diesem Tag wählten die Bürgerinnen und Bürger der DDR erstmals frei. Die letzte Wahl zur Volkskammer markierte mit einer Wahlbeteiligung von 93,4 Prozent den Übergang von der Diktatur zur Demokratie. „Diese 93,4 Prozent waren Ausdruck einer Sehnsucht nach Freiheit“, betonte die Bundestagspräsidentin.

Klöckner zog eine klare Linie durch die Jahrhunderte: Am 18. März seien „über Generationen hinweg Menschen für Freiheit und für Demokratie eingetreten“. Die Demokratie lebe nicht vom Konsens, sondern davon, „dass wir Unterschiede aushalten, Gegensätze austragen und am Ende zu Entscheidungen kommen, an die sich alle halten“.

In ihrer Rede verwies die Bundestagspräsidentin auch auf aktuelle Herausforderungen. Das Beispiel der Ukraine zeige, dass Demokratie nicht nur eine Staatsform für ruhige Zeiten sei. Unzufriedenheit gehöre zur Demokratie, Kritik sei ihr Korrektiv. „Unsere Entscheidungen werden umstritten bleiben. Das ist nicht das Problem der Demokratie, das ist im Übrigen ihr Wesenskern“, sagte Klöckner.

Die historischen Bezüge machen deutlich: Demokratische Errungenschaften sind nie endgültig gesichert. Die Mainzer Republik und die Revolution von 1848 endeten nicht in der ersehnten Freiheit. Der Triumph der Demokratie 1920 war nicht von Dauer. Doch die Idee der Freiheit habe überlebt und sei „hartnäckiger gewesen als ihre Gegner“.

Mit dem ersten Tag der Demokratiegeschichte erhält Deutschland nun einen festen Ankerpunkt für die Erinnerung an diesen langen Weg. Die Botschaft dieses Tages, so Klöckners Abschluss unter Beifall: „Es lebe unsere Freiheit, es lebe unser Rechtsstaat, es lebe unsere Demokratie.“