Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:57 DE / UKR / EN

EU lehnt Militärmission in Hormus ab

Die Europäische Union wird sich nicht an einer möglichen US-geführten Militäroperation in der Straße von Hormus beteiligen. Die Entscheidung unterstreicht die wachsende Distanz zwischen Brüssel und Washington in Sicherheitsfragen.

EU lehnt Militärmission in Hormus ab
Bild: Tagesschau

Die Europäische Union zieht eine klare rote Linie und lehnt eine Beteiligung an einer Militärmission in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ab. Damit verweigert Brüssel Washington die erhoffte Unterstützung für eine Operation, die die Sicherheit der weltweit wichtigsten Ölhandelsroute gewährleisten soll.

„Niemand will sich aktiv in diesen Krieg hineinziehen lassen“, sagte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach Beratungen der EU-Außenminister. Ihre klare Botschaft: „Das ist nicht unser Krieg.“ Die Entscheidung fiel bei einem Treffen in Brüssel, bei dem die USA offenbar auf europäische Hilfe für eine mögliche Mission im Persischen Golf gedrängt hatten.

Die Straße von Hormus ist eine der neuralgischsten Handelsadern der Welt. Etwa ein Fünftel des global gehandelten Öls passiert diese enge Meerenge. Jede Destabilisierung dort hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise in Europa und weltweit.

Trotz dieser wirtschaftlichen Abhängigkeit zeigt sich die EU zurückhaltend. Die Ablehnung signalisiert eine wachsende strategische Eigenständigkeit und unterschiedliche Risikobewertungen gegenüber den USA. Während Washington eine militärische Präsenz als notwendiges Druckmittel ansieht, setzt Brüssel weiter auf diplomatische Lösungen im Konflikt mit dem Iran.

Präsident Donald Trump kritisierte die europäische Haltung bereits als mangelnde Hilfsbereitschaft. Die Spannungen um das internationale Atomabkommen mit dem Iran und die jüngsten Zwischenfälle mit Tankern in der Region belasten das transatlantische Verhältnis zusätzlich.

Für europäische Verbraucher bedeutet die Entscheidung zunächst Stabilität. Eine direkte militärische Verwicklung der EU könnte die Region weiter eskalieren lassen und Ölpreise in die Höhe treiben. Stattdessen sucht Brüssel nach alternativen Wegen, um die Handelsfreiheit zu schützen – ohne in einen Konflikt hineingezogen zu werden, den europäische Politiker eindeutig nicht als den ihren betrachten.