Berlin erhält eine seltene Gelegenheit, das Werk einer der einflussreichsten Modepionierinnen des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken. Vom 15. Mai bis 11. Oktober 2026 präsentiert das Kunstgewerbemuseum (KGM) die erste große Madame-Grès-Ausstellung im deutschsprachigen Raum.
Die Schau "Many Shades of Grès. Fashion Becomes Art" rückt die französische Couturière (1903–1993) ins Rampenlicht, deren Arbeiten zwischen Mode und bildender Kunst oszillieren. Im Zentrum stehen 25 Originalmodelle aus der Sammlung des Museums – eine der größten Grès-Kollektionen außerhalb von Paris.
"Diese Ausstellung schließt eine Lücke in der deutschen Museumslandschaft", erklärt ein Sprecher des Kunstgewerbemuseums. Bisher gab es keine vergleichbare Präsentation ihres Werkes in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
Die Exponate zeigen Grès' charakteristische Draperie-Techniken, mit denen sie Stoffe zu skulpturalen Kunstwerken formte. Ihre Entwürfe revolutionierten die Haute Couture und beeinflussten Generationen von Designerinnen.
In Zusammenarbeit mit der School of Culture and Design der HTW Berlin erweitert die Ausstellung den Blick. Studierende haben sich von Grès' Werk inspirieren lassen und präsentieren eigene Interpretationen. Dieser Dialog zwischen historischem Erbe und zeitgenössischer Kreativität macht die Schau besonders lebendig.
Besucher erwartet eine vielschichtige Erkundung: Neben den ikonischen Kleidern beleuchten Begleitprogramme die handwerkliche Perfektion, das künstlerische Erbe und die aktuelle Relevanz von Grès' Schaffen. Die Ausstellung fragt, wo Mode endet und Kunst beginnt.
Für Modeinteressierte und Kunstliebhaber bietet sich damit eine einzigartige Chance. Sie können nicht nur historische Meisterwerke bewundern, sondern auch sehen, wie junge Designerinnen heute mit diesem Erbe arbeiten. Die Schau verbindet museale Präsentation mit aktuellen kreativen Prozessen.
Das Kunstgewerbemuseum setzt mit dieser Ausstellung seine Tradition fort, angewandte Kunst in ihren vielfältigen Erscheinungsformen zu zeigen. Nach der erfolgreichen Schließung der Lücke zur Modedesign-Geschichte plant das Haus weitere Kooperationen mit Berliner Hochschulen.
Tickets und weitere Informationen zur Ausstellung sind über die Website der Staatlichen Museen zu Berlin erhältlich. Die Schau verspricht nicht nur ästhetischen Genuss, sondern auch neue Perspektiven auf die Verbindung von Handwerk, Design und Kunst.



