Die Studie, die im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht wurde, analysierte 870 Regionen in Afrika und verknüpfte Daten zu Entwicklungshilfe-Auszahlungen mit Gewaltereignissen. Die Ergebnisse zeigen, dass in Gebieten, die zuvor stark von USAID unterstützt wurden, die Gewalt zunahm. Dies betrifft sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere von Vorfällen wie bewaffneten Auseinandersetzungen und Protesten.
Dominic Rohner, Wirtschaftsforscher am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf, erklärte: „Betroffen waren sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere der Vorfälle.“ Die negativen Folgen traten sofort ein und hielten mehrere Monate an. Schwache staatliche Institutionen verstärkten die Auswirkungen der Kürzungen.
Die Beziehung zwischen Entwicklungshilfe und Konflikten ist seit Langem umstritten. Axel Dreher von der Universität Heidelberg kommentierte, dass die Studie nicht als Beweis dafür verstanden werden sollte, dass mehr Hilfe grundsätzlich Konflikte mindert. Vielmehr zeige sie die Auswirkungen eines plötzlichen Stopps von Hilfe auf.
Entwicklungsexperte Nathaniel Raymond von der Yale School of Public Health, der nicht an der Studie beteiligt war, wies darauf hin, dass die Ergebnisse die langfristigen Folgen von Mittelkürzungen verdeutlichen. Ein abrupter Rückzug von Unterstützung führe nicht nur zu einem Entzug von Ressourcen, sondern auch zu einem Stillstand bei Verträgen und Personalplanung.



