In Boliviens Hauptstadt La Paz haben am Donnerstag Tausende Bergarbeiter gegen die Regierung protestiert. Die Demonstrierenden versuchten, den Regierungspalast zu stürmen und warfen Dynamitstangen in Richtung der Polizei, die mit Tränengas reagierte, um die Protestierenden am Zugang zum zentralen Platz vor dem Parlament zu hindern. Diese Auseinandersetzungen sind der jüngste Ausdruck der seit mehr als einer Woche andauernden landesweiten Unruhen.
Die Proteste wurden durch Forderungen nach Arbeitsreformen und steigenden Kraftstoffpreisen ausgelöst. Im Laufe des Tages forderten die Demonstrierenden zunehmend den Rücktritt von Präsident Rodrigo Paz. Dieser regiert seit einem halben Jahr und plant eine wirtschaftliche Öffnung, um die kriselnde Wirtschaft Boliviens anzukurbeln.
Die Situation in Bolivien ist angespannt, da das Land in einer tiefen Wirtschafts- und Treibstoffkrise steckt. Die heimische Energieproduktion sinkt, was die sozialen Spannungen weiter anheizt. Die Proteste begannen ursprünglich mit Landwirten, die die Aufhebung eines Gesetzes forderten, das die Verpfändung von Land erlaubt. Präsident Paz hatte dieses Gesetz am Mittwochabend per Dekret aufgehoben und ein Ende der Unruhen gefordert.
Die Regierung gab dem ehemaligen Präsidenten Evo Morales eine Mitschuld an der Gewalt und den anhaltenden Straßenblockaden. Regierungsvertreter beschuldigten die Opposition, die Proteste anzuheizen. Angesichts der eskalierenden Situation kündigte die Regierung Gespräche und eine baldige Räumung der Blockaden durch Polizei und Militär an.



