Affären stellen eine erhebliche Belastung für Familien dar, wie der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer in einem Interview erklärt. Oft bleiben solche Geheimnisse verborgen, um die Familie zu schützen, doch wenn sie ans Licht kommen, wird die Situation kompliziert. Schmidbauer betont, dass nicht die Untreue selbst, sondern die Art und Weise, wie Paare damit umgehen, entscheidend dafür ist, ob eine Beziehung zerbricht oder gestärkt wird.
„Es ist wichtig, Taktgefühl zu zeigen und Kinder nicht sofort in den Konflikt einzubeziehen“, sagt Schmidbauer. Dies könne helfen, Loyalitätskonflikte zu vermeiden, die für Kinder emotional belastend sind. Die Reaktionen der Kinder auf Affären sind oft überraschend vernünftig, was die Dynamik innerhalb der Familie beeinflussen kann.
Schmidbauer weist darauf hin, dass Affären häufig als moralische Grenzüberschreitung wahrgenommen werden, die schwer zu verkraften ist. Dennoch ist es nicht die Untreue, die Familien zerstört, sondern die Reaktion der Erwachsenen darauf. Ein offener und respektvoller Umgang kann dazu beitragen, die Beziehung zu festigen.
Die Herausforderungen, die mit Untreue verbunden sind, erfordern eine sensible Herangehensweise. Paare sollten sich bewusst sein, dass ihre Entscheidungen nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Kinder betreffen. Ein konstruktiver Dialog kann helfen, die familiären Bindungen zu stärken.



