In „Alle meine Mütter“ geht Lena Gorelik der Frage nach, wer der Mensch jenseits der Rolle der Mutter ist. Die Autorin, geboren 1981 in Leningrad, verbindet in ihrem Buch persönliche Erfahrungen mit historischen Fakten und kulturellen Beobachtungen. Auf 272 Seiten entfaltet sich eine literarische Collage, die sowohl Zärtlichkeit als auch erschütternde Momente umfasst.
Gorelik thematisiert in ihrem Werk auch die massenhaften Abtreibungen in der Sowjetunion, was einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen Herausforderungen der damaligen Zeit gibt. Ihre Erzählweise ist dabei sensibel und tastend, was die Komplexität der Mutter-Kind-Beziehung unterstreicht.
Die Autorin, die selbst Mutter von zwei Söhnen ist, reflektiert über Glücksmomente und die Herausforderungen, die mit der Mutterschaft einhergehen. Ihre Erzählungen sind geprägt von einer Mischung aus Liebe und Schmerz, die die Leser in ihren Bann zieht.
Buch ist nicht nur eine persönliche Erzählung, sondern auch ein Aufruf, die eigene Familiengeschichte zu hinterfragen und die Rolle der Mütter in der Gesellschaft neu zu betrachten. Es regt dazu an, über die eigene Identität und die Beziehungen zu den Müttern nachzudenken.



