So., 07 Juni 2026 Berlin 00:39 DE / UKR / EN

Kleinkinder in Portugal mutmaßlich von Eltern ausgesetzt

Zwei kleine Jungen aus Frankreich sind in Portugal weinend auf einer Landstraße entdeckt worden. Die Polizei geht davon aus, dass die Eltern sie ausgesetzt haben.

Kleinkinder in Portugal mutmaßlich von Eltern ausgesetzt
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Wie der Spiegel unter Berufung auf portugiesische Medien und Behörden berichtet, wurden zwei Kleinkinder am Dienstagabend nahe der Ortschaft Monte Novo do Sul, rund 60 Kilometer südöstlich von Lissabon, entdeckt. Ein Autofahrer sah die beiden plötzlich im Rückspiegel und brachte sie zur Polizei. Die blonden Jungen sind eigenen Angaben zufolge fünf und drei Jahre alt und stammen aus Frankreich. Ausweise hatten sie nicht bei sich.

Den Beamten der portugiesischen Nationalgarde (GNR) erzählten die Kinder, ihre Mutter und ihr Stiefvater hätten ihnen die Augen verbunden und sie im Wald zurückgelassen. Als sie die Binden abnahmen, seien die Eltern verschwunden gewesen. Der Finder schilderte dem Sender SIC Notícias, der Ältere habe ihm gesagt, die Eltern hätten sie unter dem Vorwand eines Spiels verlassen: Sie sollten im Wald nach einem Spielzeug suchen. In den Rucksäcken der Kinder fand der Mann komplette Wechselkleidung, Kekse, Obst und eine Flasche Wasser – für ihn ein klares Zeichen, dass die Jungen ausgesetzt worden waren.

Eine Vermisstenanzeige liegt nach Angaben der Behörden nicht vor. Die Kinder wurden zunächst auf eine Polizeiwache und dann in eine Betreuungseinrichtung gebracht. Polizeisprecher João Gaspar erklärte am Mittwoch, die Fahndung nach den Eltern laufe. Nach einer ärztlichen Untersuchung am Vormittag seien die Jungen der französischen Botschaft übergeben worden. „Sie sind in Sicherheit“, versicherte Gaspar. Die französische Botschaft in Portugal wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern.

Quelle: www.spiegel.de