Das Unglück ereignete sich am Freitagabend in der Kohlemine Liushenyu nahe der Stadt Changzhi. Zum Zeitpunkt der Gasexplosion befanden sich 247 Bergleute unter Tage. Die Todesursache war Gas, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Dutzende Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.
Staats- und Parteichef Xi Jinping rief bereits am Samstag zu „allen Anstrengungen“ bei der Behandlung der Verletzten auf und forderte, „die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“. Die Behörden sollten Lehren aus dem Vorfall ziehen. Mindestens achthundert Rettungskräfte wurden an den Unglücksort beordert.
Die betroffene Mine fördert vor allem Kokskohle und gehört dem Staatsunternehmen Shanxi Tongzhou Coal Group. Ein ranghoher Funktionär des Unternehmens wurde bereits verhaftet. Die Bergwerksbehörde hatte die Mine zusammen mit hunderten weiteren Bergwerken schon vor Monaten wegen schwerer Sicherheitsrisiken beanstandet. Nach Angaben der „Beijing News“ arbeitete die Mine im Dreischichtbetrieb.
China erzeugt mehr als sechzig Prozent seines Energiebedarfs mit Kohle und hat die Produktion zuletzt noch einmal gesteigert. Die Provinz Shanxi produziert dabei fast ein Drittel der chinesischen Kohle. Der Produktionsdruck auf die Betreiber ist insbesondere zu Beginn des Sommers hoch, wenn die Stromnachfrage für Klimaanlagen steigt. Zudem belastet der Irankrieg mit ausbleibenden Rohstofflieferungen den Energiemarkt.
Die Regierung hatte die Arbeitsschutzgesetze in den vergangenen Jahren verschärft und viele kleinere, unzulänglich betriebene Minen geschlossen. Dennoch bleibt der Arbeitsschutz in vielen Minen Berichten zufolge weiterhin schwach. Das Unglück in Shanxi ist das schwerste seit 2009.
Quelle: www.faz.net



