Am Mittwoch kurz vor halb elf löste eine ukrainische Drohne im litauischen Vilnius einen Großeinsatz aus. Die Behörden schickten eine Alarmmeldung an alle Handys: „Drohnenalarm! Suchen Sie umgehend Schutz an einem sicheren Ort und kümmern Sie sich um Ihre Familienmitglieder.“ Zahlreiche Bewohner flohen in Keller und Tiefgaragen, auch Präsident Gitanas Nausėda und Parlamentsmitglieder zogen sich in Schutzräume zurück. Der Flughafen stellte den Betrieb ein, der Zugverkehr wurde gestoppt und der Bahnhof geräumt.
Die Ukraine wirft Russland vor, die Drohne absichtlich umgeleitet zu haben, um NATO-Staaten zu verunsichern. Moskau reagierte umgehend mit Drohungen. Experten warnen vor einer psychologischen Kriegsführung, die die baltischen Staaten destabilisieren soll. Konkrete Anzeichen für einen russischen Angriff fehlen jedoch bislang.
Die Vorfälle enthüllen eine Schwachstelle in der europäischen Verteidigung: Die Luftabwehr an der NATO-Ostflanke ist gegen Drohnen nur unzureichend gewappnet. Sicherheitsexperten fordern eine effektive Anti-Drohnen-Strategie, um solche Zwischenfälle künftig zu verhindern. Die baltischen Staaten haben ihre Luftraumüberwachung bereits verstärkt.
EuroPulse berichtete am 23. Mai 2026 über Schwedens Unterstützung für den NATO-Beitritt der Ukraine (https://europulse.today/sweden-backs-ukraine-nato-membership/).
Quelle: www.zeit.de



