So., 07 Juni 2026 Berlin 00:11 DE / UKR / EN

Zehntausende fordern in Belgrad Neuwahlen – Regierung stoppt Bahnverkehr

In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben am Samstag zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić demonstriert und vorgezogene Neuwahlen gefordert. Wie die Tagesschau berichtet, warfen die Protestierenden der Regierung Korruption und Machtmissbrauch vor.

Zehntausende fordern in Belgrad Neuwahlen – Regierung stoppt Bahnverkehr
Bild: Tagesschau

Die Kundgebung im Zentrum Belgrads war Teil einer Protestwelle, die durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024 ausgelöst wurde. Bei dem Unglück kamen 16 Menschen ums Leben. Die Protestbewegung wird von Studierenden getragen, die monatelang Universitäten besetzt hielten, und findet inzwischen breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Die Demonstranten machen die Regierung unter Präsident Aleksandar Vučić für das Unglück verantwortlich – sie werfen ihr Schlamperei und Korruption vor. Ein Redner auf der Kundgebung sagte laut der unabhängigen Nachrichtenagentur Beta: „Sie sind unsere Chance, unser Versprechen endlich einzulösen – eine ehrliche Regierung, Freiheit und ein würdevolles Leben.“ Die nächste reguläre Parlamentswahl wäre erst Ende 2027 fällig.

Um den Zulauf zur Demonstration zu bremsen, stellte die Regierung den gesamten Bahnverkehr im Land ein. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Zusammenstößen zwischen Maskierten und der Polizei. Innenminister Ivica Dacic erklärte, 23 Personen seien festgenommen worden; mehrere Polizisten seien verletzt worden.

Quelle: Tagesschau