Die US-Regierung sieht sich in den Verhandlungen mit dem Iran über ein Ende des Krieges kurz vor dem Durchbruch. Präsident Donald Trump erklärte auf der Plattform Truth Social, ein Rahmenabkommen sei „weitgehend“ ausgehandelt. Die letzten Aspekte und Details würden derzeit besprochen und sollten in Kürze bekannt gegeben werden, so Trump. Ziel des Abkommens ist unter anderem die Wiederöffnung der Straße von Hormus, einer für den globalen Öl- und Gashandel zentralen Meerenge.
Auch US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich optimistisch. Bei einem Besuch in Indien sprach er am Sonntag von „erheblichen Fortschritten“ und deutete an, dass im Tagesverlauf weitere Neuigkeiten folgen könnten. Rubio verurteilte zugleich scharf die iranischen Drohungen, Schiffe in internationalen Gewässern der Straße von Hormus anzugreifen. „Das ist nach jedem Konzept des internationalen Rechts, das uns regiert, illegal“, sagte er. Wenn man zulasse, dass dies zur Normalität werde, normalisiere man einen inakzeptablen Status quo und setze einen gefährlichen Präzedenzfall.
Iran widerspricht und pocht auf Kontrolle
Die iranische Seite zeigte sich jedoch zurückhaltend und widersprach Trumps Darstellung. Ein iranischer Militärsprecher betonte auf der Plattform X, dass Teheran auch im Falle eines Abkommens mit den USA weiterhin die Kontrolle über die Straße von Hormus behalten werde. Damit stellt sich die Führung in Teheran gegen die von Washington geforderte Öffnung der Meerenge. Der Iran hatte zuvor mehrfach mit Angriffen auf Schiffe gedroht, um seine Position in den Verhandlungen zu stärken.
Das geplante Abkommen soll nach Angaben aus US-Kreisen als Zwei-Phasen-Deal angelegt sein. In der ersten Phase geht es um eine Waffenruhe und die Wiederherstellung der freien Schifffahrt, in der zweiten Phase um längerfristige Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Fragen. Pakistan fungiert als Vermittler zwischen den Konfliktparteien und meldet Fortschritte in den Gesprächen.
Hintergrund: Langer Krieg und globale Folgen
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hatte im vergangenen Jahr begonnen und zu einer Blockade der Straße von Hormus geführt. Die Meerenge ist für den Transport von rund 20 Prozent des weltweiten Öls und eines großen Teils des Flüssiggases unverzichtbar. Die Blockade trieb die Energiepreise in die Höhe und belastete die Weltwirtschaft. Die USA hatten daraufhin eine Militärkoalition zum Schutz der Schifffahrt aufgestellt, doch eine diplomatische Lösung blieb lange aus.
Trump hatte zuvor immer wieder eine harte Linie gegenüber Teheran gefahren und mit massiven Militärschlägen gedroht. Die jüngsten Signale aus Washington deuten nun auf einen Kurswechsel hin. Beobachter werten die Bereitschaft zu einem Abkommen als Eingeständnis, dass eine militärische Lösung zu kostspielig und riskant wäre. Die Verhandlungen wurden in den vergangenen Wochen intensiviert, wobei Pakistan eine Schlüsselrolle als Mittler einnahm.
EuroPulse berichtete am 24. Mai 2026 über die kurz bevorstehende Einigung zwischen den USA und dem Iran (USA-Iran-Friedensabkommen laut Trump kurz vor Einigung).
Quelle: www.handelsblatt.com



