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Münchner Plagiatsprozess: Berufungsverfahren kurios eröffnet

Das Amtsgericht München hatte Otto Z. wegen einer mutmaßlichen Plagiatsintrige gegen den Rechtsmediziner Matthias Graw zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wie die FAZ berichtet, begann nun der Berufungsprozess vor dem Oberlandesgericht München – mit ungewöhnlichen Szenen.

Münchner Plagiatsprozess: Berufungsverfahren kurios eröffnet
Bild: media0.faz.net

Der 72-jährige Otto Z. erschien am ersten Verhandlungstag in Jackett und Handwerkerhose vor dem Oberlandesgericht München. Ihm wird vorgeworfen, einen wissenschaftlichen Tagungsband fälschen lassen zu haben, um dem Rechtsmediziner Matthias Graw ein Plagiat unterzuschieben. Das Amtsgericht München hatte ihn 2025 zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Im Zeugenstand schilderte Graw, wie die Vorwürfe im Sommer 2022 über ihn hereinbrachen. Die Universität Hamburg hatte die Plagiatsvorwürfe wenige Monate später als ausgeräumt betrachtet. Dennoch sieht sich der Rechtsmediziner seit Jahren mit zivilrechtlichen Klagen Otto Z.s konfrontiert – zwei wurden zurückgenommen, eine dritte steht laut Graws Anwalt vor der Abweisung.

Der Angeklagte nutzte sein Fragerecht, um Graw mit hochspezialisierten Abschweifungen zu konfrontieren. Richter Thomas Hense wies ihn darauf hin, dass es um die Anklage gehe, nicht um ein Promotionsprüfungsverfahren. Daraufhin übernahmen Z.s Anwälte Deniz Aydin und Mathias Grasel die Gesprächsführung.

Quelle: www.faz.net