So., 14 Juni 2026 Kyjiw 10:32Berlin 09:32London 08:32 UKR / DE / EN

Armeereform in der Ukraine: Kritik an mangelnder Einbeziehung der Soldaten

Die angekündigte Armeereform in der Ukraine stößt auf Kritik. Die Kolumnistin Alina Mykhailova wirft der Regierung vor, mit Schlagzeilen statt echten Lösungen zu punkten.

Armeereform in der Ukraine: Kritik an mangelnder Einbeziehung der Soldaten
Bild: uimg.pravda.com.ua

Wie die ukrainische Nachrichtenseite Ukrainska Pravda in einer Kolumne von Alina Mykhailova berichtet, kritisiert die Autorin die jüngst von Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigte Armeereform scharf. Mykhailova zufolge setze die Reform vor allem auf medienwirksame Ankündigungen, anstatt die tatsächlichen Probleme der Soldaten zu lösen.

Die Reform sieht unter anderem höhere Gehälter für Infanteristen vor, die an vorderster Front kämpfen. Mykhailova bemängelt jedoch, dass andere wichtige Rollen wie Drohnenoperateure, Pioniere und Logistiker übergangen würden. Diese Soldaten leisteten ebenfalls einen entscheidenden Beitrag, erhielten aber keine vergleichbaren Anreize.

Vernachlässigung der Langzeitdiener

Besonders kritisch sieht die Autorin die Behandlung derjenigen Soldaten, die bereits seit 2022 oder länger im Dienst stehen. Diese Kämpfer, die von Beginn des Krieges an dabei sind, würden in den neuen Motivationsprogrammen nicht berücksichtigt. Mykhailova argumentiert, dass gerade diese erfahrenen Soldaten eine besondere Anerkennung verdient hätten.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Grundbesoldung. Mykhailova stellt fest, dass die Grundgehälter für viele Positionen, insbesondere im rückwärtigen Bereich, weiterhin niedrig blieben. Die Reform konzentriere sich auf Spitzenverdiener an der Front, vernachlässige aber die Masse der Soldaten, die im Hintergrund arbeiten.

Forderung nach mehr Beteiligung

Die Kolumnistin fordert, dass die Reform nicht allein von hohen Offizieren und Politikern ausgearbeitet werden dürfe. Stattdessen müssten auch einfache Soldaten in den Prozess einbezogen werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Maßnahmen den tatsächlichen Bedürfnissen der Truppe entsprächen.

Mykhailova betont, dass die Armeereform dringend notwendig sei, aber in ihrer jetzigen Form an den Realitäten vorbeigehe. Sie appelliert an die Verantwortlichen, die Vorschläge zu überarbeiten und die langjährigen Soldaten nicht zu vergessen.

Quelle: www.pravda.com.ua