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„Orestie“ in Nürnberg: Aischylos‘ Antiken-Thriller als beklemmendes Familiendrama

Stephan Kimmig inszeniert die „Orestie“ von Aischylos am Staatstheater Nürnberg. Die Premiere basiert auf der Neubearbeitung von Robert Icke und zeigt den antiken Stoff als beklemmendes Familiendrama.

„Orestie“ in Nürnberg: Aischylos‘ Antiken-Thriller als beklemmendes Familiendrama
Bild: sueddeutsche.de

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat am Staatstheater Nürnberg die Premiere der „Orestie“ stattgefunden. Regisseur Stephan Kimmig inszeniert den antiken Stoff von Aischylos in der Neubearbeitung von Robert Icke. Das Stück wird als beklemmendes Familiendrama beschrieben, das die Zuschauer in seinen Bann zieht.

Die „Orestie“ erzählt den blutigen Kreislauf von Rache und Gewalt im Haus des Atreus. Kimmig verlegt das Geschehen in eine zeitlose, kammerspielartige Atmosphäre. Die Figuren – Klytaimnestra, Orest, Elektra – ringen um Schuld, Sühne und die Frage nach Gerechtigkeit.

Robert Ickes Bearbeitung verdichtet die Trilogie auf einen durchgehenden Spannungsbogen. Sie verzichtet auf antike Chöre und setzt stattdessen auf psychologische Tiefe. Die Sprache ist modern, ohne die Wucht des Originals zu verlieren.

Das Bühnenbild schafft eine düstere, enge Welt, die die Beklemmung der Figuren spiegelt. Die Darsteller überzeugen mit intensivem Spiel, das die Abgründe der menschlichen Seele auslotet. Besonders die Szenen zwischen Mutter und Sohn entfalten eine fast unerträgliche Spannung.

Die Inszenierung reiht sich ein in Kimmigs Arbeiten, die immer wieder die dunklen Seiten der Gesellschaft beleuchten. Mit der „Orestie“ gelingt ihm ein Theaterabend, der antike Tragödie und aktuelle Fragen nach Gewalt und Versöhnung verbindet.

Quelle: www.sueddeutsche.de