John Bolton, der frühere Sicherheitsberater von Donald Trump, hat in einem Interview mit Euronews erklärt, dass der Iran die Verhandlungen über einen Deal mit den USA zu seinen Gunsten manipuliert hat. Bolton betont, dass Teheran die Verzweiflung Trumps in Bezug auf ein Ende des Krieges erkannt habe und sich dadurch deutlich bessere Bedingungen gesichert habe.
In einem Gespräch am Rande des G7-Gipfels äußerte Bolton, dass das Rahmenabkommen dem Iran zugutekomme. Er kritisierte, dass Trump wirtschaftliche Fragen über strategische Interessen stelle. „Sie haben ihn wie eine Geige gespielt“, sagte Bolton und fügte hinzu, dass Trump vor allem an sinkenden Energiepreisen interessiert sei.
Bolton erklärte weiter, dass Trump nicht über die geopolitischen Konsequenzen des Abkommens nachdenke. „Er hat nur eines im Kopf: Die Straße muss offen bleiben. Öl aus dem Golf soll auf den Weltmarkt. Der Benzinpreis an der Zapfsäule soll sinken“, so Bolton. Auf die Frage, ob Trump damit die nationale Sicherheit der USA gegen niedrigere Spritpreise eintausche, antwortete er: „Im Grunde läuft es genau darauf hinaus.“
Zusätzlich kritisierte Bolton, dass es bislang keinen veröffentlichten Text des Rahmenabkommens gibt. Die Details eines Deals seien entscheidend, nicht nur die großen Überschriften. Unklar bleibe, wie weit der Iran Uran anreichern dürfe und welche Sanktionen fallen würden. „Wenn es ein großartiger Deal wäre, läge er längst auf dem Tisch. Das sagt im Grunde alles“, so Bolton.
Bolton wies auch die Behauptung des Weißen Hauses zurück, dass sich die iranische Führung nach den US- und israelischen Angriffen grundlegend verändert habe. Er sieht die aktuelle Situation als eine verpasste Gelegenheit für die USA, ihren strategischen Einfluss zu wahren.
Die Äußerungen von Bolton werfen ein Licht auf die Herausforderungen, vor denen die US-Außenpolitik steht, insbesondere im Hinblick auf den Iran und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die Reaktionen auf den Deal und die damit verbundenen Fragen werden weiterhin die politische Landschaft in den USA prägen.
EuroPulse berichtete am 16. Juni 2026 über Trumps Fokussierung auf den Ukraine-Krieg nach der Iran-Krise, [https://europulse.today/trump-usa-fokussieren-nach-iran-krise-wieder-auf-ukraine-kri/].
Quelle: de.euronews.com



