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Debatte um Lueger-Statue in Wien: Antisemitismus und Polizeischutz

Die umstrittene Statue des ehemaligen Wiener Bürgermeisters Karl Lueger wurde unter Polizeischutz wieder aufgestellt. Die Wiener Grünen kritisieren die Rückkehr des Denkmals als unzureichend und warnen vor einem problematischen Signal in Zeiten wachsender antisemitischer Spannungen.

Debatte um Lueger-Statue in Wien: Antisemitismus und Polizeischutz
Bild: sueddeutsche.de

Die Debatte um die Lueger-Statue am Wiener Stubenring bleibt angespannt. Die Statue des ehemaligen Bürgermeisters Karl Lueger wurde am Dienstagmorgen ohne Ankündigung wieder aufgestellt, begleitet von rund 20 Polizeibeamten. Diese Maßnahme hat die Wiener Grünen auf den Plan gerufen, die die Schräglage der Statue als unzureichend empfinden, um die beabsichtigte Kontextualisierung zu verdeutlichen.

Ursula Berner, Kultursprecherin der Grünen Wien, äußerte sich kritisch zu dem Polizeischutz, der dem als antisemitisch geltenden Politiker gewährt wurde. „Im aktuellen Zustand ist die Schräglage – und damit die beabsichtigte Kontextualisierung – der Lueger-Statue kaum wahrnehmbar. Deutlich sichtbar war hingegen der Polizeischutz“, erklärte Berner.

Die Statue war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Farbanschlägen und wurde zuletzt in einer Steinmetz-Werkstatt in Niederösterreich restauriert. Die Stadt Wien hat die Statue mit einer leichten Neigung von 3,5 Grad versehen, um eine kritische Kontextualisierung zu erreichen. Kritiker halten diese Lösung jedoch für unzureichend und warnen vor den gesellschaftlichen Implikationen.

Berner sieht die Wiedererrichtung der Statue als problematisches Signal in Anbetracht der zunehmenden antisemitischen Spannungen. „Gerade angesichts des Wiedererstarkens antisemitischer Tendenzen in unterschiedlichsten Ausprägungen sendet die Wiedererrichtung der Lueger-Statue das falsche Signal“, sagte sie. Die Grünen fordern daher ein umfassendes Vermittlungs- und Bildungsprogramm, um Rolle in der Gesellschaft sichtbar zu machen.

Die Forderungen der Grünen beinhalten auch eine Umbenennung des Platzes, an dem die Statue steht. „Es braucht ein attraktives, niederschwelliges und dauerhaftes Begleitprogramm, das Lueger endlich auch in seiner gesellschaftsspaltenden und demokratiegefährdenden Rolle sichtbar macht“, so Berner weiter.

Karl Lueger war von 1897 bis 1910 Bürgermeister von Wien und gilt aufgrund seiner antisemitischen Politik bis heute als umstritten. Adolf Hitler bezeichnete ihn später als politisches Vorbild, was die Debatte um die Statue zusätzlich anheizt.

Quelle: www.sueddeutsche.de