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KNDS-Chef: Zwei neue Werke in Deutschland geplant

Der Panzerhersteller KNDS will in Deutschland zwei zusätzliche Produktionsstätten aufbauen. Das kündigte Deutschlandchef Florian Hohenwarter im Interview mit der FAZ an.

KNDS-Chef: Zwei neue Werke in Deutschland geplant
Bild: media0.faz.net

Florian Hohenwarter, seit Deutschlandchef des Panzerherstellers KNDS, hat im Gespräch mit der FAZ den Aufbau von zwei zusätzlichen Produktionsstätten in Deutschland angekündigt. Konkrete Standorte nannte er nicht, verwies aber auf laufende Gespräche mit Unternehmen und die Prüfung möglicher Standorte. Entscheidungen seien noch nicht gefallen.

Lehren aus dem Ukrainekrieg und deutsch-französische Synergien

Hohenwarter zog im Interview Lehren aus dem Ukrainekrieg, betonte aber, dass die Ausgangslage eine andere sei. KNDS sei bereits ein deutsch-französischer Konzern mit intrinsischem Interesse an funktionierender Zusammenarbeit. Als Beispiel nannte er die Überbrückungslösung Capint für Frankreich, die auf dem Leopard-2-Fahrwerk von KNDS Deutschland und einem Turm von KNDS Frankreich basiert. Auch das neue Artilleriesystem Loras vereine Technik beider Länder.

Von den französischen Kollegen habe man beim Produktionshochlauf gelernt, etwa bei der Umstellung auf Flussfertigung und beim Roboterschweißen von Aluminiumzellen. Die Kooperation erhöhe die Interoperabilität und beschleunige die Beschaffung, so Hohenwarter.

Produktionshochlauf und Fachkräftesuche

KNDS plant, die Produktion deutlich zu steigern: Mittelfristig sollen viermal so viele Boxer und Artillerie, dreimal so viele Leoparden und doppelt so viele Pumas hergestellt werden. Das Interesse an der Rüstungsindustrie sei stark gestiegen: Die Zahl der Bewerbungen kletterte von 6000 vor vier Jahren auf 60.000 im vergangenen Jahr. Dennoch reiche organisches Wachstum nicht aus, weshalb Partnerschaften wie mit dem Autozulieferer Dräxlmaier für eine neue Boxer-Fertigungslinie geschlossen wurden. Zudem transformiert KNDS ein ehemaliges Bahnwerk von Alstom in Görlitz zu einem wehrtechnischen Standort für Schweißkonstruktionen.

Quelle: www.faz.net