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Krankenhäuser warnen vor Bürokratie durch schärfere Abrechnungsprüfungen

Die geplante Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht vor, die Abrechnungen der Krankenhäuser intensiver zu prüfen, um Kosten zu senken. Die Kliniken befürchten jedoch, dass die zusätzliche Bürokratie die finanzielle Lage weiter verschärft, wie die FAZ berichtet.

Krankenhäuser warnen vor Bürokratie durch schärfere Abrechnungsprüfungen
Bild: media0.faz.net

In Baden-Württemberg könnte sich das Defizit der Krankenhäuser durch die Reform von 880 Millionen Euro in diesem Jahr auf 1,7 Milliarden Euro im kommenden Jahr erhöhen. Das Marienhospital in Stuttgart – eine der besten Kliniken des Landes – meldete in dieser Woche Insolvenz an. Schon bald könnten weitere versorgungsrelevante Krankenhäuser kurz vor der Insolvenz stehen.

Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, kritisierte den Aufwand: „Natürlich muss geprüft werden. Aber diesen irrsinnigen Aufwand können wir uns nicht länger leisten.“ Er schätzt, dass durch die Abrechnungsbürokratie im Gesundheitswesen drei bis fünf Prozent der Beschäftigten absorbiert werden – das sind in Deutschland etwa 50.000 Fachkräfte. Sie erbringen keine oder nur eine geringe Wertschöpfung und stehen für die Behandlung nicht zur Verfügung.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) lehnt die pauschale Erhöhung der Prüfquoten ab. Johannes Bauernfeind, Vorstandschef der baden-württembergischen AOK, hält striktere Prüfungen zur Kostendämpfung hingegen für nötig und schlägt „Falldialoge“ zwischen Kostenträgern und Kliniken vor.

Quelle: www.faz.net