In Baden-Württemberg könnte sich das Defizit der Krankenhäuser durch die Reform von 880 Millionen Euro in diesem Jahr auf 1,7 Milliarden Euro im kommenden Jahr erhöhen. Das Marienhospital in Stuttgart – eine der besten Kliniken des Landes – meldete in dieser Woche Insolvenz an. Schon bald könnten weitere versorgungsrelevante Krankenhäuser kurz vor der Insolvenz stehen.
Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, kritisierte den Aufwand: „Natürlich muss geprüft werden. Aber diesen irrsinnigen Aufwand können wir uns nicht länger leisten.“ Er schätzt, dass durch die Abrechnungsbürokratie im Gesundheitswesen drei bis fünf Prozent der Beschäftigten absorbiert werden – das sind in Deutschland etwa 50.000 Fachkräfte. Sie erbringen keine oder nur eine geringe Wertschöpfung und stehen für die Behandlung nicht zur Verfügung.
Der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) lehnt die pauschale Erhöhung der Prüfquoten ab. Johannes Bauernfeind, Vorstandschef der baden-württembergischen AOK, hält striktere Prüfungen zur Kostendämpfung hingegen für nötig und schlägt „Falldialoge“ zwischen Kostenträgern und Kliniken vor.
Quelle: www.faz.net



