Der überraschende Besuch von Alexander Lukaschenko in Russland hat nach Einschätzung des ukrainischen Politiktechnologen Jurij Podorozhnij ein klares Ziel: Der belarussische Machthaber holt sich in Moskau neue Anweisungen ab. Podorozhnij sagte im Sender 24 Kanal, Lukaschenko sei kein gleichberechtigter Partner, sondern ein „Gauleiter von Belarus“ – eingesetzt von der Kreml-Führung. Demokratische Staaten erkennen ihn nicht als legitimen Präsidenten an.
Moskau setzt auf Minsk als Einfallstor
Nach Ansicht des Experten liegt der größte Nutzen Lukaschenkos für den Kreml derzeit nicht in einer militärischen Eskalation, sondern in diplomatischen Vorstößen. Podorozhnij verwies auf erste Kontakte zwischen Minsk und Washington im Frühjahr, nach denen Lukaschenko einen Teil der politischen Gefangenen freiließ. Der Kreml könnte Belarus nun als Testfeld nutzen, um eine Lockerung der Sanktionen gegen einzelne belarussische Unternehmen zu erreichen – als ersten Schritt zu einer umfassenderen Aufweichung der Strafmaßnahmen gegen Russland.
„Wenn für einen Wirtschaftszweig eine Erleichterung gewährt wird, werden solche Erleichterungen natürlich auch für andere Branchen folgen“, warnte Podorozhnij. Eine schrittweise Aufweichung der Sanktionen über den belarussischen Kanal könnte aus Moskauer Sicht taktisch klug sein, da sie nicht als direkte Entlastung Russlands erscheint. Zugleich betonte der Politiktechnologe, dass die militärische Bedrohung von Belarus nicht gebannt sei: Gemeinsam mit Russland werden dort weiter Verteidigungslinien errichtet.
Quelle: 24tv.ua



