Di., 21 Juli 2026 Kyjiw 13:41Berlin 12:41London 11:41 UKR / DE / EN

Union sucht nach Spahn-Rücktritt neuen Fraktionschef

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn sucht die Union einen neuen Fraktionsvorsitzenden. Heute beraten die CDU-Spitze und die Bundestagsfraktion über die Nachfolge, .

Union sucht nach Spahn-Rücktritt neuen Fraktionschef
Bild: Tagesschau

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn sucht die Union einen neuen Fraktionsvorsitzenden. Heute beraten die CDU-Spitze und die Bundestagsfraktion über die Nachfolge, .

Das CDU-Präsidium und der Vorstand der Bundestagsfraktion kommen heute unter Interimschef Alexander Hoffmann (CSU) zusammen. Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte bereits am Wochenende mit CSU-Chef Markus Söder gesprochen – beide haben das Vorschlagsrecht. Merz will die Entscheidung zügig herbeiführen.

Als aussichtsreichster Kandidat gilt Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU). Sollte er Fraktionschef werden, wäre eine Kabinettsumbildung nötig. Merz hatte sich im ZDF-Sommerinterview offen dafür gezeigt: „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken.“ Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann werden gehandelt.

Spahn war am Samstag zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er und sein Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen hatten – ein Verstoß gegen das in Deutschland geltende Verbot, das Spahn als CDU-Politiker mitgetragen hatte. Parteiübergreifend gab es Kritik, vor allem aus der Union selbst.

Grünen-Chefin Franziska Brantner forderte Merz im ARD-Sommerinterview auf, die Gelegenheit für einen Neuanfang zu nutzen: „Jetzt Tabula rasa, wir gehen jetzt noch mal neu los.“ Der CDU-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, mahnte im „Berlin Playbook Podcast“ von Politico zu schnellen Entscheidungen, um den Wahlkampf nicht zu belasten. In Sachsen-Anhalt wird am 6. September gewählt – Regierungschef Sven Schulze (CDU) sagte im MDR, die Debatte um Spahn habe der CDU geschadet. Der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke sieht dagegen eine Chance zur Neuaufstellung.

Quelle: Tagesschau