Der kommissarische Landeschef der Berliner SPD und Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, geht auf Distanz zur Bundespartei. Im Deutschlandfunk sagte er: „Wir müssen, glaube ich, insgesamt zu einem Kurswechsel kommen.“ Er verwies auf Umfragen, wonach 80 Prozent der Deutschen das Anfang Juli vorgestellte Reformpaket für unausgewogen halten.
Besonders die geplanten Einschnitte beim Wohngeld lehnt Krach ab. „Das trifft häufig Alleinerziehende, viele Rentnerinnen und Rentner, die sich eben die Miete nicht mehr leisten können“, erklärte er. Auch viele hart arbeitende Menschen, die auf den Zuschuss angewiesen seien, würden belastet. „Ich halte das wirklich für den absolut falschen Weg“, so Krach, und er erwarte, dass das Parlament die Entscheidung noch korrigiere.
Die Koalition hatte im Zuge der Haushaltsdebatten eine Änderung des Wohngeldanspruchs beschlossen. Zu Rücktrittsforderungen gegen die Lars Klingbeil und Bärbel Bas äußerte sich Krach zurückhaltend: „Wir werden mit internen Personaldebatten niemanden überzeugen. Wir werden die Menschen wieder überzeugen mit Inhalten.“
Krach tritt bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September an. Die SPD, die bisher mitregiert, liegt in Umfragen bei 14 Prozent und damit hinter Linken, CDU, AfD und Grünen.
Quelle: www.zeit.de



