Die Stimmung in Ceuta ist angespannt: Wütende Einwohner machten am Montag ihrem Ärger über das Management der Migrationskrise Luft. Die spanische Migrationsministerin Elma Saiz, die gerade ein Treffen mit Ceutas Regionalpräsidenten Juan Jesús Vivas verließ, sah sich mit dem Unmut der Bevölkerung konfrontiert. „Sie seien keine Rassisten oder Rechtsextremen, aber so könne es nicht weitergehen, die Migranten müssten raus aus der Stadt“, zitierte die Tagesschau einen Anwohner.
Am Strand Playa del Trampolín hausen seit fast drei Wochen Menschen unter erbärmlichen Bedingungen – laut Polizei rund 1.500, örtliche Hilfswerke sprechen von etwa 3.500 Personen. Aus Kartons, Plastikplanen und Schilfrohr haben sie notdürftige Unterkünfte gebaut. Viele der Migranten kommen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara, etwa aus dem Sudan, Mali oder Niger, und suchen Asyl. Auch eine große Gruppe Marokkaner harrt dort aus.
Am Sonntag verwandelten die Migranten den Strand in einen Ort des Protests. Auf selbstgemachten Pappschildern stand unter anderem: „Wir wollen nicht zurück nach Marokko!“ und „Auch wir sind Menschen“. Der Sudanese Mohsen Idris Adam Ibrahim, 18 Jahre alt, schilderte seine Flucht über Tschad, Niger, Algerien und Marokko nach Ceuta. Er sei seit mehr als zwei Wochen hier. Ein Marokkaner namens Icha Chacir erklärte, er arbeite in Marokko für 300 Euro im Monat, 200 davon gingen für die Miete drauf. Die Hoffnung auf Veränderung habe er aufgegeben.
Spaniens Regierung betont, alle irregulär Eingereisten sollten zurückgeschickt werden. Doch die rechtliche Lage ist komplex: Viele stammen aus Kriegsgebieten wie dem Sudan oder Palästina und hätten Aussicht auf Asyl. Minderjährige dürfen nicht ohne Weiteres abgeschoben werden. Migrationsministerin Saiz kündigte am Montag an, neue Unterkünfte zu schaffen: „Ich möchte bekannt geben, dass heute mehrere vorübergehende und spezielle humanitäre Hilfszentren eingerichtet werden. Dadurch werden sofort 1.500 neue Unterbringungsplätze geschaffen.“ An vier Orten rund um Ceuta sollen große Zelte entstehen. Viele Migranten sagen jedoch, sie würden lieber in die Wälder gehen, als in diese Unterkünfte zu ziehen.
Quelle: Tagesschau



