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Deutschlandticket: Ab Januar 66,80 Euro – was Sie tun können

Erstmals bestimmt eine Formel den Preis, nicht der politische Streit. Was das für Abo, Job- und Semesterticket bedeutet und bis wann Sie kündigen müssten.

Deutschlandticket: Ab Januar 66,80 Euro – was Sie tun können
Symbolbild: Leonard Richards / Pexels

Erstmals bestimmt eine Formel den Preis, nicht der politische Streit. Was das für Abo, Job- und Semesterticket bedeutet und bis wann Sie kündigen müssten.

Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro im Monat statt bisher 63 Euro. Den Preis hat der Koordinierungsrat von Bund und Ländern am 30. September 2026 festgelegt, wie ZDFheute unter Berufung auf dpa und AFP berichtet. Für Abonnenten sind das 3,80 Euro mehr im Monat, aufs Jahr gerechnet 801,60 statt 756 Euro.

Seit dem Start im Mai 2023 für 49 Euro ist das Ticket damit um gut ein Drittel teurer geworden: 58 Euro Anfang 2025, 63 Euro Anfang 2026, jetzt 66,80 Euro. Rund 14,5 Millionen Menschen nutzen es nach Angaben des Verkehrsverbands VDV.

Ticket Preis ab 1.1.2027
Deutschlandticket (Standard) 66,80 Euro (bisher 63,00 Euro)
Jobticket mit 5 % Basisrabatt 63,46 Euro
Deutschland-Semesterticket 40,08 Euro

Warum 66,80 – und nicht 66,40?

Zum ersten Mal wurde der Preis nicht politisch ausgehandelt, sondern berechnet. Die Verkehrsminister hatten sich im März 2026 auf einen Kostenindex verständigt, in den laut Deutscher Umwelthilfe Personalkosten (55 %), Energie (20 %) und sonstige Güter (25 %) einfließen. Bund und Länder zahlen zusammen weiterhin feste drei Milliarden Euro pro Jahr; steigen die Kosten, tragen das die Fahrgäste.

Die Umwelthilfe hatte im August 66,40 Euro prognostiziert, vor allem wegen steigender Dieselpreise. Der tatsächliche Preis liegt 40 Cent darüber. Warum, haben die von uns gesichteten Berichte nicht erklärt; denkbar sind andere Eingangsdaten oder Rundungen. Klar ist: Wer eine Formel einführt, macht jährliche Erhöhungen zur Routine. Solange die Zuschüsse eingefroren bleiben und Löhne und Energie teurer werden, dürfte das Ticket weiter im Preis steigen – wie stark, hängt von Inflation und Tarifabschlüssen ab.

Der CSU-Politiker Christian Bernreiter, Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, hatte im Dezember 2025 gesagt: „Das Deutschlandticket ist auch mit 63 Euro noch ein attraktives Angebot für Millionen Fahrgäste.“ Der VDV nennt die Erhöhung laut ZDFheute für manche Fahrgäste schmerzhaft, begrüßt aber die frühe Planungssicherheit.

Was Sie jetzt tun können

Das Abo lässt sich laut Deutscher Bahn „bis zum 10. eines Monats zum Monatsende“ kündigen, im Aboportal oder im DB Navigator. Wer den neuen Preis nicht zahlen will, muss also bis zum 10. Dezember kündigen, damit das Ticket am 31. Dezember endet. Im vergangenen Jahr verlangte die Bahn von Abonnenten eine ausdrückliche Zustimmung zum neuen Preis; wer nicht zustimmte, dessen Abo endete zum Jahresende. Ob das diesmal genauso läuft, ist offen – achten Sie auf E-Mails Ihres Anbieters.

Sparen können vor allem Beschäftigte, Azubis und Studierende. Arbeitgeber, die mindestens 25 Prozent zuschießen, erhalten laut ADAC zusätzlich 5 Prozent Rabatt vom Bund; rechnerisch wären das bis zu 46,76 Euro. In Bayern gibt es das Ermäßigungsticket für 43 Euro (Azubis, Freiwilligendienst, Studierende; Preis für 2027 noch nicht bekannt). Sozialtickets für Bürgergeld-Bezieher gibt es in einzelnen Ländern wie Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen; ob und wie stark sie 2027 steigen, ist offen. Bleiben die Zuschüsse gleich, zahlen die Fahrgäste die Erhöhung komplett selbst.

Quellen: ZDFheute, Deutsche Bahn, ADAC, Deutsche Umwelthilfe, Nordkurier/dpa, gegen-hartz.de

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