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USA nehmen nach Jahren Kontakt zu Myanmars Junta auf

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter hat sich Mitte September in Naypyidaw mit Juntachef Min Aung Hlaing getroffen. Es war das ranghöchste Treffen seit dem Putsch 2021.

USA nehmen nach Jahren Kontakt zu Myanmars Junta auf
Grafik: EuroPulse

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter hat sich Mitte September in Naypyidaw mit Juntachef Min Aung Hlaing getroffen. Es war das ranghöchste Treffen seit dem Putsch 2021.

Die US-Regierung hat offenbar wieder direkten Kontakt zu den Militärmachthabern in Myanmar aufgenommen. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung hat sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel Mitte September mit dem myanmarischen Juntachef Min Aung Hlaing in der Hauptstadt Naypyidaw getroffen. Thema des Gesprächs war die Freilassung des US-Geschäftsmanns Adam Castillo. Es war das ranghöchste Treffen von Regierungsvertretern beider Staaten seit dem Militärputsch in Myanmar vor fünf Jahren.

Abkehr von der Isolationspolitik

Die direkten Gespräche stellen eine Abkehr von der bisherigen US-Politik dar. Nach dem Putsch 2021 hatten die USA unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden versucht, die Generäle zu isolieren, Sanktionen verhängt und Vermögenswerte eingefroren. Juntachef Min Aung Hlaing steht weiterhin wegen Menschenrechtsverletzungen unter US-Sanktionen. Die Regierung in Washington hatte die Massentötungen und Vertreibungen von Hunderttausenden Rohingya-Muslimen als Völkermord eingestuft.

Der Kurswechsel fällt in eine Zeit anhaltender Gewalt. Nach dem Besuch von Michael Vance in Myanmar – nach Angaben des Spiegel ein hochrangiger US-Vertreter – griff das Militär laut den Vereinten Nationen einen belebten Marktplatz im Bundesstaat Rakhine aus der Luft an. Dabei seien mehr als 50 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.

Scharfe Kritik von Demokraten

Bei den oppositionellen Demokraten stößt die neue Politik auf scharfe Kritik. Der führende Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, Gregory Meeks, erklärte, die neue Politik stehe »sowohl unseren Werten als auch unseren Interessen« entgegen. Indem die Regierung mit Min Aung Hlaing verhandle, verschaffe sie dem »mörderischen Regime« größere internationale Legitimität.

Die USA hatten nach dem Putsch 2021 Sanktionen gegen die Junta verhängt und Vermögenswerte eingefroren. Min Aung Hlaing steht weiterhin auf der US-Sanktionsliste. Die Aufnahme direkter Gespräche könnte anderen Staaten als Signal dienen, den Kontakt zur Junta ebenfalls zu suchen. Ob die Gespräche zu einer Freilassung von Adam Castillo führen, ist offen. Die USA haben sich bislang nicht offiziell zu dem Treffen geäußert.

Quellen

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