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Ombudsmann: Russen verschleppen 25 Ukrainer aus Charkiw-Region

Nach Angaben des ukrainischen Ombudsmanns Dmytro Lubinez haben russische Besatzungstruppen 25 Zivilisten, darunter Kinder, aus dem besetzten Teil der Region Charkiw zwangsweise verschleppt. Der Aufenthaltsort der Menschen ist unbekannt.

Ombudsmann: Russen verschleppen 25 Ukrainer aus Charkiw-Region
Grafik: EuroPulse

Nach Angaben des ukrainischen Ombudsmanns Dmytro Lubinez haben russische Besatzungstruppen 25 Zivilisten, darunter Kinder, aus dem besetzten Teil der Region Charkiw zwangsweise verschleppt. Der Aufenthaltsort der Menschen ist unbekannt.

Russische Besatzungstruppen haben nach Angaben des ukrainischen Ombudsmanns Dmytro Lubinez 25 Zivilisten, darunter Kinder, aus dem besetzten Teil der Region Charkiw zwangsweise verschleppt. Das teilte Lubinez am Freitag, 9. Oktober, auf Telegram mit, wie die Ukrajinska Prawda berichtet. Der Aufenthaltsort der Verschleppten ist demnach bislang unbekannt. Einen konkreten Ort nannte der Ombudsmann nicht.

„Russland nennt das ‚Evakuierung‘. Aber wenn Menschen gegen ihren Willen weggebracht, eingeschüchtert und ohne Wahl gelassen werden – das ist keine Rettung. Das ist Zwang“, zitiert die Ukrajinska Prawda Lubinez. Unter den Verschleppten seien junge und ältere Menschen sowie Kinder. „Am meisten beunruhigt mich in dieser Geschichte das Schicksal der Kinder. Sie werden weggebracht, ihre Daten werden gesammelt – und Eltern und Angehörige wissen möglicherweise nicht einmal, wo sie sind“, so Lubinez weiter.

Ein Telegram-Bot und die Sorge um die Daten

Laut Lubinez haben die Besatzer bereits einen Telegram-Bot eingerichtet, über den unter dem Vorwand der sogenannten „Evakuierung“ Daten von Menschen gesammelt werden. Diese Daten könnten gegen die Betroffenen und ihre Angehörigen verwendet werden. „Ich appelliere, darüber keine Passdaten, Adressen, Telefonnummern oder Dokumente weiterzugeben – weder die eigenen noch die der Kinder“, betonte der Ombudsmann.

Die Angehörigen der 25 Menschen wissen nach seinen Angaben derzeit nicht, wo sich diese aufhalten. Lubinez zufolge widersprechen die Vorgänge dem humanitären Völkerrecht. Die Genfer Konvention zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten verbiete ausdrücklich die Zwangsumsiedlung und Deportation von Menschen aus besetztem Gebiet (Artikel 49), die Geiselnahme (Artikel 34) sowie Einschüchterung, Terror und Kollektivstrafen (Artikel 33).

Forderungen an Moskau und internationale Organisationen

Lubinez erklärte, er habe sich bereits an die Menschenrechtsbeauftragte in der Russischen Föderation gewandt. Er fordere, den Aufenthaltsort aller 25 Menschen mitzuteilen, Informationen über ihre Haftbedingungen zu liefern, vollständige Angaben zu den verschleppten Zivilisten zu übermitteln und Maßnahmen für ihre Rückkehr in die Ukraine zu ergreifen. Zudem habe er sich an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die Vereinten Nationen und weitere internationale Organisationen gewandt.

Die Region Charkiw im Nordosten der Ukraine ist teilweise besetzt; in dem Gebiet finden nach Angaben des Ombudsmanns weiterhin aktive Kämpfe statt. Die Verschleppung von Zivilisten aus besetzten Gebieten ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs ein wiederkehrender Vorwurf ukrainischer Behörden und internationaler Menschenrechtsorganisationen. Wie viele Menschen insgesamt betroffen sind, geht aus dem Bericht vom Freitag nicht hervor.

Redaktionelle Einschätzung: Solange der Aufenthaltsort der 25 Menschen unklar bleibt und Moskau keine Angaben macht, dürfte sich die humanitäre Lage der Betroffenen kaum aufklären lassen. Die von Lubinez eingeschalteten Organisationen haben in vergleichbaren Fällen bislang nur begrenzt Zugang zu Verschleppten erhalten.

Quellen

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