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Drohnenangriff auf Ölterminal in Rostow: Großbrand und Zugausfall

In der Nacht zum 10. Oktober haben Drohnen ein Ölterminal in Rostow am Don angegriffen. Es brach ein Großbrand aus, der Zugverkehr wurde unterbrochen. Russland meldet mehr als 50 abgeschossene Drohnen.

Drohnenangriff auf Ölterminal in Rostow: Großbrand und Zugausfall
Grafik: EuroPulse

In der Nacht zum 10. Oktober haben Drohnen ein Ölterminal in Rostow am Don angegriffen. Es brach ein Großbrand aus, der Zugverkehr wurde unterbrochen. Russland meldet mehr als 50 abgeschossene Drohnen.

In der Nacht zum 10. Oktober haben Drohnen das Ölterminal des Unternehmens „Jug Rusi“ in Rostow am Don angegriffen und einen Großbrand ausgelöst. Das berichten das unabhängige russische Medium ASTRA, das ukrainische Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda sowie übereinstimmende Beobachterkanäle auf Telegram. Der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljusar, bestätigte das Feuer und erklärte, die Luftverteidigung sei im Einsatz gewesen. Seit dem Vorabend seien mehr als 50 Drohnen abgeschossen worden.

Nach Angaben des OSINT-Analysten von ASTRA handelt es sich bei dem brennenden Objekt um das Ölterminal von „Jug Rusi“ im Rostower Stadtbezirk Schelesnodoroschny. Das Terminal wickelt den Export von Erdölprodukten ab, darunter Lieferungen der Raffinerie Nowoschachtinsk, die zur Unternehmensgruppe „Jug Rusi“ gehört. Nach Angaben ukrainischer Quellen ist die Anlage auch an der Treibstoffversorgung des russischen Militärs beteiligt und erwirtschaftet Deviseneinnahmen für die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine. Laut veröffentlichten Spezifikationen der Raffinerie beträgt die jährliche Kapazität des Terminals 3,5 Millionen Tonnen; Ukrajinska Prawda nennt eine Projektkapazität von etwa 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Videos auf mehreren Telegram-Kanälen zeigten große Flammen und dichten Rauch über dem Gelände. Der Beobachterkanal Exilenova+ meldete später, das Terminal brenne weiterhin. Die Kyiv Independent konnte die Aufnahmen nicht unabhängig überprüfen und keine Angaben zum Ausmaß der Schäden machen. Die russischen Regionalbehörden bestätigten lediglich ein Feuer und den Einsatz der Luftverteidigung, nicht aber Schäden am Terminal. Eine Verantwortungsübernahme durch das ukrainische Militär gab es zunächst nicht.

Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow wurde zudem eine Eisenbahnbrücke durch den Drohnenangriff beschädigt. Deshalb sei „der Zugverkehr in beide Richtungen eingestellt“ worden. ASTRA berichtete außerdem von Schäden an einem Wohngebäude im Rostower Wohnkomplex Donskaja Sloboda. Unklar blieb, wodurch das Gebäude getroffen wurde, während die Drohnenaktivität und die russische Luftverteidigung anhielten.

Wiederholte Angriffe auf die Raffinerie Nowoschachtinsk

Der Angriff auf das Terminal ist Teil einer Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur in der Region Rostow. Bereits am 9. Juli 2026 bestätigten die ukrainischen Verteidigungskräfte und der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine die erfolgreiche Drohnenbeschädigung dieses Ölterminals bei Bataysk in der Region Rostow; damals brach auf dem Gelände ein Feuer aus. Im September 2026 griffen ukrainische Streitkräfte erneut die Produktionsanlagen der Nowoschachtinsker Erdölverarbeitungsanlage in der Region Rostow an. Am 25. September 2026 löste ein ukrainischer Angriff auf die Raffinerie Nowoschachtinsk nach Angaben des Generalstabs ebenfalls ein Feuer aus.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten wiederholt russische Raffinerien, Lagerstätten und Treibstoffinfrastruktur angegriffen, um die Versorgung des russischen Militärs zu stören und Moskaus Energieeinnahmen zu verringern. US-Präsident Donald Trump forderte die Ukraine auf, Angriffe auf russische Ölanlagen einzustellen, da sie zu steigenden globalen Dieselpreisen beitrügen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine sei bereit, russische Energieanlagen nicht mehr anzugreifen, wenn Moskau im Gegenzug seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur einstelle. Ein solcher Stopp müsse gegenseitig sein.

Der Angriff auf Rostow am Don erfolgte einen Tag, nachdem russische Gleitbomben am 9. Oktober Wohngebiete in Saporischschja getroffen hatten. Nach Angaben der ukrainischen Staatsanwaltschaft wurde ein Mensch getötet und neun weitere verletzt, darunter ein 14-jähriges Mädchen.

Was das für die Menschen in Deutschland bedeutet

Die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur können die globalen Kraftstoffpreise beeinflussen. Steigende Dieselpreise wirken sich auch auf deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher aus, etwa an der Tankstelle oder bei Lieferketten. Ob die jüngsten Angriffe tatsächlich zu Preissteigerungen führen, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht belegen.

Anmerkung der Redaktion: Die vorliegende Berichterstattung stützt sich auf Angaben ukrainischer und unabhängiger russischer Medien sowie auf den Gouverneur der Region Rostow. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war nicht möglich. Die genauen Schäden und die Verantwortlichkeit für den Angriff sind nicht abschließend geklärt.

Quellen

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