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Tusk: Mann nach mutmaßlichen Anschlagsplänen festgenommen

Ein Mann soll Polens Regierungschef bedroht und einen Angriff geplant haben. Was die Ermittler wissen – und was bisher offen ist.

Tusk: Mann nach mutmaßlichen Anschlagsplänen festgenommen
Archivfoto: Adrian Grycuk / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 pl

Ein Mann soll Polens Regierungschef bedroht und einen Angriff geplant haben. Was die Ermittler wissen – und was bisher offen ist.

In Polen ist ein Mann festgenommen worden, der Regierungschef Donald Tusk bedroht und einen Angriff auf ihn geplant haben soll. Innenminister Marcin Kierwiński teilte die Festnahme am Sonntagabend mit; Tusk bedankte sich auf X bei der Polizei für das „schnelle und entschlossene Handeln“. Stand: 11. Oktober, gegen 19 Uhr.

Ausgelöst wurde der Einsatz in der Nacht zu Sonntag durch einen Hinweis. Laut Rzeczpospolita ging am Morgen eine Drohmail an die allgemeine Adresse der Regierungsschutzbehörde SOP ein; sie richtete sich gegen Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz. Regierungssprecher Adam Szłapka sagte, beide seien gegen sieben Uhr informiert worden. Um elf Uhr trafen sich Polizei, SOP und der Inlandsgeheimdienst ABW im Antiterrorzentrum. Ein Sprecher des Geheimdienstkoordinators bewertete die Wahrscheinlichkeit, dass die Drohungen umgesetzt werden, als „hoch“.

Die Festnahme erfolgte nach Angaben der Rzeczpospolita vor 17 Uhr in Breslau. Der Mann ist nicht namentlich bekannt; er soll früher wegen kleinerer Diebstähle und Unterhaltsrückständen aufgefallen sein. Anklage gibt es bislang nicht.

Was bisher unklar ist

Die Berichte widersprechen sich in Details. Kierwiński spricht nur von einem Anschlag auf Tusk, der ursprüngliche Hinweis betraf auch Kosiniak-Kamysz. Nach Recherchen von Polsat News und TVN24 ging es um einen Angriff mit Schusswaffen, geplant von einer radikalen Gruppe, die Freiwillige suchte; der Hinweisgeber habe sich mit einem Mann namens Krzysztof über Waffen, Regierungshass und einen „geplanten Massenmord“ unterhalten. Ob dieser Mann der Festgenommene ist, bestätigt keine Quelle. Rzeczpospolita schreibt zudem, der Verfasser der Mail sei nach ihren Informationen nicht der Attentäter gewesen, habe aber von den Anschlagsplänen gewusst. Auch einen Zusammenhang mit den jüngsten Angriffen an Schulen in Masowien, über die das ZDF berichtet, gibt es laut Rzeczpospolita nicht – das seien „getrennte Fälle“.

Hinweise auf einen ausländischen Auftraggeber nennt keine der Quellen. Das ist wichtig, weil Polens Behörden zuletzt wiederholt russische Sabotage- und Attentatspläne gemeldet haben: 2024 wurde ein Pole festgenommen, der einen Anschlag auf Wolodymyr Selenskyj vorbereitet haben soll; im August 2026 meldete Warschau die Festnahme eines russischen Staatsbürgers wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts gegen einen ukrainischen Rapper. Tusk selbst hatte im September vor mehr hybriden Angriffen Russlands auf die Nato-Ostflanke gewarnt.

Unsere Einschätzung: Solange Ermittler keine Details nennen, spricht mehr für eine innenpolitisch motivierte Tat oder einen Einzeltäter-Kontext als für ein staatliches Netzwerk – sicher ist das aber nicht. Entscheidend sind die kommenden Tage: Haftbefehl, Anklagepunkte und die Frage, ob es die „radikale Organisation“ überhaupt gibt. Für Deutschland und die Ukraine zählt vor allem die Sicherheit der polnischen Regierung, denn Warschau ist Drehscheibe für Hilfe und Nachschub nach Kiew.

Quellen: ZDFheute, Polsat News, Rzeczpospolita, Defence24, MSWiA

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