Die Bundesregierung rechnet nach eigenen Angaben nicht mit einer Gasmangellage in der Wintervorsorge, hält Preisspitzen im Winter aber für möglich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, wie auf der Website des Deutschen Bundestags berichtet.
Demnach betrug der Füllstand der Gasspeicher zum 13. Oktober 2026 149 Terawattstunden. Diese Menge übersteige schon jetzt die gesamte Ausspeicherung des vergangenen Winters 2025/2026, schreibt die Bundesregierung weiter. Die Pipelineimporte lägen aktuell über zwei Terawattstunden pro Tag, eine Reduzierung sei nicht in Sicht. Hinzu kämen LNG-Mengen, deren Nutzung von Preissignalen und dem Temperaturverlauf abhänge.
Der NDR berichtet, dass die Speicher aktuell nur zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt seien. Die deutschen Gasspeicher können insgesamt etwa 250 Terawattstunden Gas aufnehmen. Sollte der Winter besonders kalt werden oder LNG-Lieferungen ausfallen, könnte Gas knapp werden, warnen laut NDR Fachleute. Die Bundesnetzagentur halte die Versorgungssicherheit in Deutschland jedoch für gewährleistet.
Ende September habe Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche das staatliche Energieunternehmen Sefe beauftragt, mehr Erdgas für den Winter einzuspeichern, schreibt der NDR. Nun dränge sie alle Energieunternehmen, mehr Erdgas einzuspeichern. Als Gründe für die niedrigen Füllstände nennt der NDR zwei Faktoren: Bereits vor dem vergangenen Winter sei weniger Erdgas eingespeichert worden, weil Vorgaben für die Gasspeicher gelockert worden waren. Außerdem sei Gas seit Beginn des Iran-Kriegs deutlich teurer; an der Europäischen Energiebörse hätten sich die Preise bis zum Herbst fast verdoppelt.
Der NDR ordnet die Preisentwicklung ein: Im August 2022 kostete die Kilowattstunde an der Börse kurzzeitig mehr als 30 Cent, im August 2026 seien es knapp sieben Cent. Inzwischen stiegen aber auch die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher. Fast alle LNG-Lieferungen nach Deutschland stammen aus den USA, inzwischen mehr als 90 Prozent, so der NDR.



