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Seltene Erkrankungen: Wie Sildenafil bei mutierten Mitochondrien helfen kann

Forscher haben entdeckt, dass der Wirkstoff Sildenafil, bekannt aus dem Viagra, bei der Behandlung des Leigh-Syndroms helfen könnte. Diese mitochondriale Erkrankung zählt zu den schwersten Formen und betrifft vor allem die Steuerung von Bewegung und Atmung.

Seltene Erkrankungen: Wie Sildenafil bei mutierten Mitochondrien helfen kann
Bild: media0.faz.net

Das Leigh-Syndrom ist eine seltene, schwere mitochondriale Erkrankung, die oft direkt nach der Geburt auftritt. Betroffene leiden unter gravierenden Störungen in den Basalganglien des Gehirns und im Hirnstamm, die für die Steuerung von Bewegung, Atmung und Herz-Kreislauf-Funktionen verantwortlich sind. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) haben Forscher nun den Wirkstoff Sildenafil entdeckt, der möglicherweise eine Therapieoption für diese Erkrankung darstellen könnte.

Die mitochondriale DNA ist entscheidend für die Energieproduktion in den Zellen. Bei fast 50 verschiedenen Gendefekten, die das Leigh-Syndrom verursachen können, sind die Mitochondrien geschädigt. Diese Schäden können auch zu anderen gesundheitlichen Problemen führen, wie Depressionen, Unfruchtbarkeit und sogar Krebs. Die Entdeckung von Sildenafil könnte neue Wege in der Behandlung dieser komplexen Erkrankungen eröffnen.

Warum jetzt?

Die Relevanz dieser Entdeckung liegt in der Dringlichkeit, neue Therapieansätze für seltene Erkrankungen zu finden. Das Leigh-Syndrom hat eine hohe Mortalitätsrate und führt oft zu schweren Behinderungen. Die Forschung zu Sildenafil könnte nicht nur das Verständnis von mitochondrialen Erkrankungen erweitern, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern.

Wie funktioniert das?

Sildenafil wirkt, indem es die Durchblutung verbessert und die Sauerstoffversorgung der Zellen erhöht. Dies könnte besonders wichtig für Mitochondrien sein, die auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr angewiesen sind, um Energie zu produzieren. Die genauen Mechanismen, wie Sildenafil auf die Mitochondrien wirkt, sind noch Gegenstand intensiver Forschung.

Wer ist betroffen?

Das Leigh-Syndrom betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Schätzungen zufolge sind in Deutschland jährlich etwa 1 bis 2 von 100.000 Neugeborenen betroffen. Die Erkrankung hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Kinder, sondern auch auf deren Familien, die oft vor großen Herausforderungen stehen.

Was sind die Streitpunkte?

Die Verwendung von Sildenafil zur Behandlung des Leigh-Syndroms wirft einige Fragen auf. Kritiker weisen darauf hin, dass die Langzeitwirkungen des Medikaments auf Mitochondrien noch nicht ausreichend erforscht sind. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Kosten und der Verfügbarkeit von Sildenafil für diese spezielle Anwendung. Laut der Max-Planck-Gesellschaft könnte eine umfassende klinische Studie notwendig sein, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu bestätigen.

Was kommt als nächstes?

Die nächsten Schritte in der Forschung umfassen klinische Studien, um die Wirksamkeit von Sildenafil bei Patienten mit Leigh-Syndrom zu testen. Diese Studien könnten wichtige Erkenntnisse liefern und möglicherweise zu einer neuen Therapieoption führen. Die medizinische Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen mit großem Interesse, da sie das Potenzial haben, das Leben vieler Betroffener zu verändern.