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Cannes 2026: Hollywood-Blockbuster fehlen, Auteurs im Fokus

Das 79. Filmfestival von Cannes, das am 12. Mai beginnt, verzeichnet einen historischen Rückzug Hollywoods: Kein einziger großer US-Studiofilm feiert Premiere, wie der Guardian berichtet.

Cannes 2026: Hollywood-Blockbuster fehlen, Auteurs im Fokus
Bild: i.guim.co.uk

Das diesjährige Filmfestival in Cannes, das am Dienstag beginnt und bis zum 23. Mai läuft, markiert eine Zäsur: Zum ersten Mal seit Jahren fehlt ein großer Hollywood-Blockbuster im Programm. Wie der Guardian berichtet, ist die Abwesenheit von US-Studiofilmen so auffällig, dass sie die Festivalausrichtung grundlegend verändert. Stattdessen rücken internationale Autorenfilme in den Fokus, die traditionell das Renommee der Croisette ausmachen.

„Es gibt in diesem Jahr keinen großen amerikanischen Film“, sagte Scott Roxborough, Europachef des Hollywood Reporter und Festivalveteran, dem Guardian. „Normalerweise gibt es mindestens einen großen Blockbuster, der in Cannes Premiere feiert oder das Festival für den europäischen Start nutzt.“ In den vergangenen Jahren liefen hier Filme wie „Mission: Impossible – The Final Reckoning“, „Top Gun: Maverick“, „Elvis“ und „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“.

Nur zwei US-Produktionen konkurrieren um die Palme: Ira Sachs‘ Musical-Fantasy „The Man I Love“ über die Aids-Ära mit Rami Malek und Rebecca Hall sowie James Grays Krimidrama „Paper Tiger“ mit Adam Driver und Scarlett Johansson – beide mehrheitlich außerhalb der USA finanziert. In der Reihe „Un Certain Regard“ laufen Jane Schoenbruns „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ mit Gillian Anderson und Jordan Firstmans Regiedebüt „Club Kid“. Außer Konkurrenz zeigt Andy Garcías Noir-Film „Diamond“ mit Bill Murray und Dustin Hoffman sowie John Travoltas Regiedebüt „Propeller One-Way Night Coach“.

Der Rückzug Hollywoods spiegelt eine veränderte Risikobereitschaft der Studios wider, die zunehmend auf sichere Franchises setzen und weniger bereit sind, Filme ohne garantierte Massenwirkung auf Festivals zu schicken. Cannes bleibt damit seiner Rolle als Bühne für ambitioniertes Autorenkino treu – ein Image, das die Festivalgeschichte seit Jahrzehnten prägt.