Die geplante Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Dresden und Prag ist ein zentrales Element des europäischen Schienennetzes. Der Bundestag stimmte am Donnerstagabend in Berlin für den Bau der Strecke, die Teil des Korridors von Wien über Prag nach Berlin werden soll. Die tschechische Regierung hatte ihren Baubeschluss bereits im vergangenen Jahr gefasst, auch mit Österreich gibt es eine Vereinbarung zum beschleunigten Ausbau der Wien–Prag.
Allein für den 150 Kilometer langen Abschnitt Dresden–Prag sind Baukosten von 5,6 Milliarden Euro veranschlagt. Grund dafür sind aufwendige Tunnelbauwerke: Herzstück sind zwei 30 Kilometer lange eingleisige Tunnelröhren durch das Erzgebirge, die das sächsische Heidenau mit dem tschechischen Chabařovice verbinden. 18 Kilometer der Tunnel liegen auf deutscher Seite. Es wäre einer der längsten Eisenbahntunnel Europas, befahrbar mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde.
Die Bauarbeiten sollen Ende 2032 beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2044 geplant. Statt der heutigen zweieinhalb Stunden würde die Fahrt von Dresden nach Prag dann nur noch eine Stunde dauern. Die neue Trasse soll die malerische, aber chronisch überlastete und veraltete Strecke entlang der Elbe ersetzen.
Für die Tschechische Republik geht es auch um eine bessere Anbindung an die deutschen Nord- und Ostseehäfen, die für den Außenhandel des Landes bedeutsam sind. Das strukturschwache Nordböhmen erhofft sich durch die verbesserte Verkehrsanbindung einen wirtschaftlichen Schub. Die EU unterstützt das Projekt finanziell als Teil des europäischen Schnellbahnnetzes.
Quelle: www.faz.net



