Am 24. Mai wählen die Bürger Zyperns ein neues Parlament. Die Abstimmung gilt als eine der bedeutendsten seit Jahrzehnten. Zwar hat das Parlament im Präsidialsystem der Republik Zypern nur begrenzte Macht, doch der Urnengang dürfte die politische Landschaft des Landes grundlegend umgestalten.
Umfragen zufolge zeichnet sich eine Schwächung der beiden traditionellen Großparteien ab: der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (DISY) und der linken Fortschrittspartei des werktätigen Volkes (AKEL). Auch die traditionellen zentristischen Kräfte verlieren an Zustimmung. Gleichzeitig entstehen neue politische Bewegungen, die diese Lücke füllen könnten. Der Journalist und Sotiris Paroutis spricht gegenüber der Deutschen Welle von einer „tiefgreifenden Transformation der politischen Szene“ Zyperns.
Für die DISY wird die Wahl zum Stimmungstest nach dem Verlust der Präsidentschaft und internen Spannungen, die auf die Wahl des unabhängigen Kandidaten und früheren DISY-Mitglieds Nikos Christodoulides zum Präsidenten im Jahr 2023 folgten. Die AKEL wiederum hofft, erstmals seit 2006 wieder eine Parlamentswahl zu gewinnen und an die politische Dynamik der vergangenen Jahre anzuknüpfen. Selbst wenn die beiden großen Parteien ihre Führungspositionen behaupten, deuten die Umfragen darauf hin, dass sie die hohen Stimmenanteile früherer Jahrzehnte nicht wiederholen können.
Quelle: www.dw.com



