Wie die Zeit unter Berufung auf eine Studie der Universität Köln berichtet, spielen politische Vorlieben auf Dating-Apps eine immer größere Rolle. Die Untersuchung, die der Ansgar Hudde gemeinsam mit Shannon Taflinger durchführte, zeigt: Junge Amerikaner lehnen potenzielle Partner mit gegensätzlicher politischer Orientierung mehrheitlich ab.
Für die Studie bewerteten 1097 US-Amerikaner im Alter von 20 bis 33 Jahren fiktive Dating-Profile, die entweder als „Demokrat“, „Republikaner“ oder ohne politische Angabe gekennzeichnet waren. Das Ergebnis: „Junge Amerikanerinnen und Amerikaner haben wenig Interesse an einem Kennenlernen mit politisch Andersdenkenden“, fasste Hudde zusammen. Die Ablehnung zeigte sich auf allen abgefragten Dimensionen – von Intelligenz über Charaktereigenschaften bis hin zu Werten und Lebensstil.
Besonders stark fiel die Ablehnung bei demokratischen Frauen aus: Sie lehnten republikanische Profile etwa viermal so stark ab wie republikanische Frauen oder Männer. Hudde erklärte, die Studie zeige, dass Menschen von der politischen Ausrichtung vorschnell auf andere Eigenschaften schlössen – „denn so stereotyp sind die Menschen in der Realität meist nicht“.
Hudde sieht auch Parallelen zum Dating-Verhalten in Deutschland. Zwar sei die deutsche Gesellschaft weniger polarisiert als die USA, und das Mehrparteiensystem biete mehr Abstufungen. „Doch auch hier dürften viele Menschen Leute aus politischen Gründen von vornherein aussortieren“, sagte der Soziologe der Deutschen Presse-Agentur.
Quelle: www.zeit.de



