Die Deutsche Bahn plant, die Ticketpreise im Fernverkehr trotz steigender Energiepreise für ein Jahr einzufrieren. Evelyn Palla, die Chefin des Unternehmens, erklärte in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“, dass die Preise für ICE-Tickets ab dem 1. Mai stabil bleiben sollen. Dies sei eine Maßnahme, um Sicherheit und Stabilität zu bieten, insbesondere in unsicheren Zeiten.
Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte jedoch Bedenken und bezeichnete die Ankündigung als unzureichend. Detlef Neuß, der Ehrenvorsitzende des Verbands, kritisierte, dass die Bahn die Preise senken müsse, um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden. „Eine Preiserhöhung ist in der gegenwärtigen Situation ohnehin nicht zu vermitteln“, sagte Neuß der „Rheinischen Post“.
Palla verknüpfte die Preisgarantie mit dem laufenden Umbau der Deutschen Bahn. Sie betonte, dass der Neustart des Unternehmens mehr Verantwortung und neue Prioritäten erfordere. „Oberste Priorität hat jetzt: Fahren, Fahren, Fahren“, so Palla. Ihr Ziel ist es, die Bahn zum „Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten“ zu machen.
Die Ankündigung, die Ticketpreise nicht zu erhöhen, ist bereits das zweite Mal unter Pallas Führung. Im vergangenen Oktober hatte die Bahn ebenfalls entschieden, auf Erhöhungen bei Flex- und Sparpreisen zu verzichten. Üblicherweise gibt der Staatskonzern Preisanpassungen erst im Herbst bekannt.



