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Erster Sudetendeutscher Tag in Tschechien: Begegnung und Proteste

Der erste Sudetendeutsche Tag in Tschechien hat eine landesweite Debatte ausgelöst. Wie die Tagesschau berichtet, gab es in Brünn sowohl Proteste als auch Begegnungen zwischen Vertriebenen und Einheimischen.

Erster Sudetendeutscher Tag in Tschechien: Begegnung und Proteste
Bild: Tagesschau

Am Pfingstwochenende fand in Brünn der erste Sudetendeutsche Tag in Tschechien statt. Die Veranstaltung der Sudetendeutschen Landsmannschaft zog Hunderte Vertriebene und ihre Angehörigen an, die mit böhmischen und mährischen Volksliedern an ihre Herkunft erinnerten. Zugleich gab es Proteste von linken und rechten Kleinparteien, die den Teilnehmern pauschal Nazi-Vergangenheit und Restitutionsforderungen unterstellten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Posselt, betonten, von dem Treffen gehe eine Botschaft der Verständigung aus. Söder sprach von einem „Friedensfest“ und einem „historischen Signal“. Auch Herbert Schmid, Vorsitzender der Seliger-Gemeinde in Bayern, der Nachfolgeorganisation der sudetendeutschen Sozialdemokraten, zeigte sich erfreut über die Einladung nach Tschechien.

Der Tscheche Rudolf Coufal aus Znojmo (früher Znaim) berichtete am Messestand des Wischauer Vereins von seiner persönlichen Versöhnungsgeschichte: Eine Großmutter war Deutsche, ein Teil seiner Familie wurde vertrieben. Vor drei Jahren fand er über Facebook Verwandte in Ludwigsburg bei Stuttgart. „Es ist eine unglaubliche Freude. Andererseits ist es traurig, dass einige Leute überzeugt werden, dass das eine Drohung wäre“, sagte Coufal. „Die Leute sind friedlich, das sieht man hier. Ich verstehe das überhaupt nicht.“

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft war nach Brünn eingeladen worden – eigentlich als Zeichen der Versöhnung. Die Proteste am Rande des Treffens sind seit Jahren bei tschechisch-deutschen Gedenkveranstaltungen üblich. Organisatoren sind rechte und linke Kleinparteien, die die Vertriebenen weiterhin pauschal als Nazis bezeichnen.

Quelle: Tagesschau