Die EU hat in der Migrationskrise von Ceuta ihre mangelnde Solidarität offenbart. Wie die Tagesschau-Kommentatorin Sabrina Fritz schreibt, sei die Reaktion der Mitgliedsstaaten auf den Massenansturm von Migranten an der spanischen Enklave ein „Test“ gewesen, den die EU nicht bestanden habe. Statt Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez beizustehen, hätten viele EU-Staaten ihn mit Vorwürfen überzogen – ein Verhalten, das Fritz als „schäbig“ bezeichnet.
Die Ereignisse am Wochenende hätten die EU völlig unvorbereitet getroffen. Während die neue Asylreform für den Normalfall einzelner Migranten ausgelegt sei, seien plötzlich Zehntausende junge Menschen in die EU gestürmt. Diese hätten oft gar kein Asyl beantragen wollen, sondern ein besseres Leben gesucht – eine Gruppe, auf die das System nicht ausgelegt sei.
Lehren aus Ceuta
Fritz zieht drei Lehren aus der Krise. Erstens sei die EU nicht auf Massenbewegungen vorbereitet, die sich über soziale Medien organisieren. Zweitens hätten die 27 Mitgliedsstaaten die Entwicklung verschlafen, obwohl sich die Welle über Tage aufgebaut habe. Die EU müsse künftig besser über ihre Geheimdienste beobachten, was an ihren Grenzen passiere.
Drittens zeige Ceuta, wie fragil die Solidarität in der EU sei. Sobald Druck entstehe, breche sie zusammen. Fritz kritisiert, dass Spanien für seine Migrationspolitik – etwa die Vergabe von Arbeitsvisa – angegriffen werde, obwohl das Land wirtschaftlich besser dastehe als viele andere EU-Staaten, darunter Deutschland.
Die Krise sei auch ein Signal an alle, die der EU schaden wollten: Sie wüssten nun, wie schnell die Gemeinschaft die Nerven verliere. Fritz fordert, dass die EU aus den Fehlern lernt und künftig geschlossener auftritt.
Quelle: Tagesschau



