Die griechische Regierung prüft den Einsatz von schwimmenden Kernkraftwerken, um die Stromversorgung des Landes zu sichern. Wie das Handelsblatt berichtet, erklärte Premierminister Kyriakos Mitsotakis, strategisch führe kein Weg an der Atomkraft vorbei. Bisher setzte Griechenland vor allem auf erneuerbare Energien und Erdgas.
Mit dem Vorstoß reagiert Athen auf wachsenden Energiebedarf und geopolitische Spannungen im östlichen Mittelmeer. Schwimmende Reaktoren, die auf Schiffen oder Plattformen installiert sind, gelten als flexiblere Alternative zu landgestützten Kernkraftwerken. Die Regierung in Athen sieht darin eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Allerdings bleiben Risiken bestehen, die im Rahmen der Prüfung bewertet werden müssen. Dazu zählen Sicherheitsfragen, die Entsorgung radioaktiver Abfälle und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Griechenland hatte sich nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 gegen Atomkraft ausgesprochen.
Der Vorstoß ist Teil einer breiteren Neuausrichtung der griechischen Energiepolitik. Das Land baut zugleich seine Rolle als regionaler Energiehub aus, etwa durch die Ausbildung libyscher Küstenwachoffiziere und Handelsmissionen nach Bengasi. Die endgültige Entscheidung über den Einstieg in die Atomkraft steht noch aus.
Quelle: www.handelsblatt.com



