Die britische Regierung hat sich für die Lockerung der Sanktionen gegen Russland entschuldigt. Handelsminister Chris Bryant bezeichnete die Entscheidung als „ungeschickt“ und kündigte an, die erteilte Lizenz für Rohstofflieferungen so schnell wie möglich zurückzuziehen. Die Maßnahme war am späten Dienstagabend, dem 19. Mai, veröffentlicht worden und hatte einen Sturm der Kritik ausgelöst.
Hintergrund der Sanktionslockerung war die Befürchtung eines Diesel- und Kerosinmangels in Großbritannien. Die Preise für Treibstoff waren nach dem Kriegsbeginn im Nahen Osten stark gestiegen, da Raffinerien zeitweise ausfielen. Die Lizenz sollte es ermöglichen, Kerosin aus russischem Öl zu importieren, das in Drittstaaten wie Indien oder der Türkei verarbeitet wurde.
Die Entscheidung stieß nicht nur in der Ukraine auf scharfe Ablehnung, sondern auch innerhalb Großbritanniens. Kritiker werfen der Regierung vor, die Bekämpfung der Lebenshaltungskosten über den Druck auf Russlands Kriegswirtschaft gestellt zu haben. Die EU hatte zuvor signalisiert, keine ähnlichen Lockerungen zu planen, was die Sorge vor einem Auseinanderdriften der westlichen Sanktionsfront verstärkte.
Quelle: 24tv.ua



