Die Heylo Housing Group, die vom BlackRock unterstützt wird, hat zwei ihrer Investmentgesellschaften in die Insolvenz geschickt. Nach Angaben des Guardian sind davon mehr als 52 Millionen Pfund betroffen, die für den Bau und Erhalt von Sozialwohnungen vorgesehen waren. Die staatliche Wohnungsaufsicht (Regulator of Social Housing, RSH) sucht nun fieberhaft nach einer Rettungslösung, um das Geld der Steuerzahler zu schützen.
Eine der insolventen Gesellschaften schuldet der Homes England rund 46,46 Millionen Pfund an ungesicherten Krediten, die andere 6,21 Millionen Pfund. Homes England selbst beziffert sein Gesamtrisiko auf etwa 43 Millionen Pfund. Die Gelder stammen aus dem Programm für bezahlbaren Wohnraum in Miteigentum (Shared Ownership Homes Programme), das von 2018 bis 2023 lief. Eigentlich werden solche Zuschüsse nach Rückzahlung wieder in neue Sozialwohnungen investiert – doch bei einer Pleite droht der Verlust.
Der Fall offenbart nach Ansicht von Experten schwerwiegende Mängel in der Deregulierung des Wohnungsmarktes durch die vorherige Regierung. Er wirft grundsätzliche Fragen auf, ob es sinnvoll ist, neue Investoren in den sozialen Wohnungsbau zu locken und öffentliche Gelder an gewinnorientierte Unternehmen zu vergeben. Für die RSH, die für 2,9 Millionen Sozialwohnungen zuständig ist, ist es eine beispiellose Herausforderung – bisher hatte die Behörde noch nie eine Immobilie oder öffentliche Gelder durch einen Zahlungsausfall verloren.
Sollte keine Rettung gelingen, könnten 3.500 Sozialwohnungen in den privaten Sektor wechseln. Die verlorenen Zuschüsse hätten nach Schätzung von Homes England ausgereicht, um rund 500 neue Sozialmietwohnungen zu finanzieren. Die RSH arbeitet nun an einem Rettungsplan, um die öffentlichen Gelder zu sichern.
Quelle: www.theguardian.com



