Sa., 06 Juni 2026 Berlin 20:22 DE / UKR / EN

Israel setzt Bodenoffensive im Südlibanon trotz Waffenruhe fort

Israels Verteidigungsminister hat erklärt, die Armee werde sich nicht aus dem Südlibanon zurückziehen und die Rückkehr der Bevölkerung nicht zulassen. Zuvor hatten sich Israel und der Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe geeinigt, wie der Guardian berichtet.

Israel setzt Bodenoffensive im Südlibanon trotz Waffenruhe fort
Bild: i.guim.co.uk

Israels Verteidigungsminister hat klargestellt, dass die israelischen Streitkräfte (IDF) ihre Bodenoperation im Südlibanon fortsetzen und sich nicht zurückziehen werden. Wie der Guardian berichtet, werde die Armee auch die Rückkehr der Bevölkerung in die umkämpften Gebiete nicht zulassen. Die Ankündigung erfolgte, nachdem sich Israel und der Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe geeinigt hatten.

Die Waffenruhe war zuvor ins Stocken geraten, weil die Hisbollah eine Zustimmung verweigerte. Der Kommandeur der Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Esmail Qaani, erklärte laut iranischen Medien, die Hisbollah fordere einen vollständigen Rückzug Israels auf die Positionen vor Kriegsbeginn. Qaani wurde mit den Worten zitiert: „Die Unterstützung des Widerstands im Libanon ist die Pflicht von uns allen, und die Vertreibung Israels aus der Region ist ein erreichbares Ziel für die Muslime.“

Unterdessen ist ein serbischer UN-Friedenssoldat bei einem Angriff auf eine Basis der Vereinten Nationen im Libanon ums Leben gekommen. Milovan Jovanović, Angehöriger der serbischen Streitkräfte, erlag den Verletzungen, die er durch den Einschlag eines Projektils auf dem Stützpunkt erlitten hatte. Nach der Erstversorgung im Krankenhaus der Basis wurde er per Hubschrauber in das Universitätsklinikum in Beirut gebracht, wo er gegen 4.00 Uhr Ortszeit starb.

Die USA hatten zuvor versucht, die Hindernisse für ein Abkommen mit dem Iran auszuräumen, das auch die Lage im Libanon stabilisieren soll. US-Präsident Donald Trump bemüht sich um eine Einigung mit Teheran, die den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah entschärfen könnte. Die jüngste Eskalation zeigt jedoch, wie fragil die Waffenruhe bleibt.

Die Hisbollah, die von Iran unterstützt wird, hatte die neue Waffenruhe-Vereinbarung zunächst abgelehnt. Die Miliz fordert einen vollständigen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon, bevor sie einer dauerhaften Feuerpause zustimmt. Israel hingegen beharrt auf einer Sicherheitszone entlang der Grenze und lehnt einen Abzug ohne konkrete Sicherheitsgarantien ab.

Der Tod des serbischen Friedenssoldaten zeigt die anhaltende Gefahr für die UN-Mission im Libanon (UNIFIL). Die Blauhelme sind seit Jahrzehnten im Südlibanon stationiert, um die Grenze zu Israel zu überwachen. Immer wieder geraten sie zwischen die Fronten und werden Opfer von Angriffen.

Quelle: www.theguardian.com