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Jordi Savall: „Musik heilt – ich kannte einen Musiker, der Magen-Darm-Krankheiten mit einem Instrument kurierte“

Der katalanische Gambist und Jordi Savall, Träger des Ernst-von-Siemens-Musikpreises 2026, spricht im Interview mit der FAZ über die heilende Kraft der Musik, interkulturelle Einflüsse und seinen ungewöhnlichen Schlafrhythmus.

Jordi Savall: „Musik heilt – ich kannte einen Musiker, der Magen-Darm-Krankheiten mit einem Instrument kurierte“
Bild: media0.faz.net

Jordi Savall, einer der renommiertesten Interpreten Alter Musik, ist in diesem Jahr mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet worden. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gewährt der 83-jährige Katalane Einblicke in sein Verständnis von Musik als universeller Sprache und ihre Fähigkeit, auf den Menschen einzuwirken – bis hin zur Heilung von Krankheiten.

„Ich kannte einen Musiker, der Magen-Darm-Krankheiten mit einem Instrument geheilt hat“, berichtet Savall. Für ihn ist Musik weit mehr als bloßer Klang: Sie sei „Sprache und Kunst“ und gelange „so nah wie möglich an die Dimension des Spirituellen“. Ohne Klang existiere Musik nicht, doch sie brauche jemanden, der ihre Sprache beherrsche und um Kontexte wisse, um Emotionen auf ein Publikum zu übertragen. „Musik ist immer Kommunikation“, betont der Preisträger.

Interkulturelle Prägungen und ein ungewöhnlicher Schlafrhythmus

Savall, der regelmäßig mit Ensembles wie Hespèrion XXI und der Capella Reial de Catalunya auftritt, hebt die Bedeutung interkultureller Erfahrungen hervor. „Wenn man andere Kulturen kennt und andere Arten, mit Schönheit umzugehen, wird man reicher und reifer“, sagt er. So habe er im vergangenen Jahr Robert Schumanns Oratorium „Das Paradies und die Peri“ dirigiert und dabei eine Prägung durch alte Maqams der osmanischen Zeit entdeckt. Auch Mozarts „Alla turca“ verstehe man besser, wenn man die türkische Musik des späten 18. Jahrhunderts kenne. In Indien habe er über Schumann gelernt, in der Türkei über Mozart – ein Beleg für die grenzüberschreitende Wirkung von Musik.

Trotz seines intensiven Pensums – Savall tourt weltweit, leitet Meisterkurse und veröffentlicht regelmäßig Alben – kommt der Musiker mit nur fünf Stunden Schlaf pro Nacht aus. „Das reicht mir“, sagt er knapp. Seine Energie schöpfe er aus der Musik selbst und der Begegnung mit unterschiedlichen Kulturen.

Das vollständige Interview mit Jordi Savall ist in der aktuellen Ausgabe der FAZ erschienen.

Quelle: www.faz.net