Der Gipfel in der kenianischen Hauptstadt Nairobi trägt den Titel „Africa forward“ und soll den Kontinent voranbringen. Erwartet werden zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs sowie rund 5.000 Delegierte. Im Fokus stehen Investitionen in Wirtschaft, Sicherheit, Klimaschutz, Gesundheit und Bildung.
Macron und Präsident William Ruto präsentieren sich als neues Power-Duo zwischen Afrika und Europa. Gemeinsame Plakate sind in Nairobi allgegenwärtig. Frankreich will sich laut Beobachtern von seiner traditionellen Fokussierung auf frankophone westafrikanische Länder lösen und stattdessen mit anglophonen Staaten wie Kenia, Südafrika und Nigeria kooperieren.
Der Gipfel findet erstmals in einem Land mit starkem englischsprachigem Einfluss statt – Kenia ist ehemalige britische Kolonie. Macron möchte Afrika nicht China, Russland oder Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Saudi-Arabien überlassen. Frankreich strebt an, Afrikas wichtigster Partner in Europa zu werden.
Im Vergleich zu Deutschland ist Frankreich in Afrika wirtschaftlich offensiver. Bundeskanzler Friedrich Merz war im November 2025 und April 2026 in Afrika, etwa beim G20-Gipfel in Südafrika. Wirtschaftsexperten kritisieren jedoch, deutsche Unternehmen seien in Afrika oft zu wenig sichtbar und bräuchten mehr Mut für Investitionen.
Der erste Afrika-Frankreich-Gipfel fand 1973 in Paris statt. Die neue Ausrichtung Macrons zielt darauf ab, ohne belastende Kolonialvergangenheit in anglophonen Ländern zusammenzuarbeiten, was die Kooperation erleichtert.



